Ausgewählt

Der Stimmen- und Kunstkenner

Erinnerungen an Francesco Molinari-Pradelli

Die Säulen der italienischen Opernliteratur waren für Francesco Molinari-Pradelli ein vertrautes Terrain. Der 1911 in Bologna geborene Dirigent hat zunächst Klavier und Komposition studiert, ehe er sich zu einem der angesehensten Operndirigenten seiner Generation entwickelte. An den bedeutenden Bühnen Italiens, an der Mailänder Scala ebenso wie an der Metropolitan Opera in New York oder an der Wiener Staatsoper, galt er als verlässlicher und vor allem als einfühlsamer Partner der Sängerinnen und Sänger. Mit der seltenen Mischung aus musikalischer Autorität und menschlichem Fingerspitzengefühl hat er es verstanden, die oftmals speziellen Wünsche großer Primadonnen und temperamentvoller Tenöre mit seinen eigenen Vorstellungen in Einklang zu bringen. Auch verdanken etliche legendäre Gesamtaufnahmen ihren Erfolg der Kunst des Begleitens, die Molinari-Pradelli meisterhaft beherrschte: nie aufdringlich, stets aufmerksam und immer im Dienst der Musik. Nur wenige wissen, dass der Maestro privat einer weiteren Leidenschaft nachging: der Malerei. Seine Villa barg eine bedeutende Sammlung barocker Gemälde. Anlässlich seines 30. Todestags erinnern wir an einen Dirigenten, der nie den lauten Effekt gesucht hat und trotzdem zu den wichtigsten Operndirigenten des 20. Jahrhunderts zählt.

Sendereihe

Gestaltung

  • Robert Fontane