Ambiente - von der Kunst des Reisens

Unterwegs in Niederösterreich & Irland

Reisemagazin u.a. mit Nationalpark Thayatal - Naturerbe erwandern, Teil 5
Steinforts, Künstler & lebendige Handwerkskultur. Unterwegs auf Inishmore, der größten Aran-Insel vor der Küste von Galway

Nationalpark Thayatal - Naturerbe erwandern, Teil 5

Versteckt in den Wäldern an der niederösterreichisch-tschechischen Grenze meandert sich die Thaya in ihrem Flusslauf um die Umlaufberge, die aus der Vogelperspektive wie Teile eines Puzzles ineinander verzahnen. Margit Atzler wandert mit Ranger und Nationalparkdirektor Christian Übl entlang des Merkersdorfer Rundwanderwegs zur 2025 eröffneten Aussichtswarte. Diese bietet einen spektakulären Blick auf diese geologischen Formationen, welche die Thaya im Laufe von Millionen von Jahren geschaffen hat. Der Weg führt über Randzonen, die in Absprache mit dem Nationalparkmanagement von den Grundeigentümern unter besonderen Auflagen bewirtschaftet werden, hinein in den Wald. Geologisch ist man hier noch im Waldviertel, verwaltungstechnisch im Weinviertel unterwegs. Das hier herrschende besondere Klima bietet auch der Wildkatze einen perfekten Lebensraum. Lange Zeit glaubte man, sie sei ausgestorben, bis 2007 im Nationalpark Thayatal Fellreste genetisch untersucht wurden. Die scheue Wildkatze sieht man auf einer Wanderung zwar nicht, dafür aber - wenn ein begleitender Ranger darauf aufmerksam macht - viele andere Details, die mitunter sogar fünf Millionen Jahre Geschichte zu erzählen haben. Eine längere Version dieser sommerlichen Ambiente-Erkundungstour durch Österreichs Nationalparks ist im Podcast "Reisen mit Ö1" zu hören.

Steinforts, Künstler & lebendige Handwerkskultur. Unterwegs auf Inishmore, der größten Aran-Insel vor der Küste von Galway

Dun Aengus, oder Dún Aonghasa, ein gewaltiges Steinfort aus der Bronze- oder Eisenzeit, das Dún Dúchathair "Das schwarze Fort" und Clochán na Carraige - die einzige erhaltene Bienenkorbhütte der Inseln - sind nur einige der unzähligen prähistorischen Zeugnisse auf Inishmore. Die im Westen Irlands liegende größte Insel des Aran-Archipels besteht aus Kalkstein und setzt geologisch die Formation des Burren fort. Das karge Land wurde in mühseliger Arbeit in kleinteiligen Felder - umgeben von Steinmauern - bewirtschaftet. Angeschwemmter Seetang und Sand mussten als Humus dienen. Mit den typischen, langgestreckten flachen Booten aus geteertem Segeltuch - den sogenannten Curraghs - gingen die Inselbewohner auf Fischfang, ihre Frauen strickten die berühmten Aran-Pullover und entwickelten kunstvolle Muster, eine Fertigkeit, die nach wie vor hochgehalten wird. Trugen früher hauptsächlich die Fischer diese Strickwaren, werden sie in den kleinen Touristenläden der Inselhauptstadt Kilronan verkauft und exportiert. Denn der Tourismus ist heute die Haupteinnahmequelle und ermöglicht den rund 1200 Einheimischen ein Leben auf diesem rauen Außenposten Europas. Ursula Burkert hat sich für Ambiente umgesehen.

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