Altes Asbestdach

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Punkt eins

Asbest - Gefahrenstoff mit Langzeitfolgen

Wie es in Österreich um die Erfassung, Entsorgung und Sanierung von belasteten Böden steht. Gast: Univ.-Prof. Dipl.-Geol. Dr. Stephan Krämer, Department für Umweltgeowissenschaften, Universität Wien. Moderation: Marlene Nowotny. Anrufe 0800 22 69 79 | punkteins(at)orf.at

Ein faserartiges Mineral, das unempfindlich gegen Hitze, nicht brennbar, elastisch und zugfest ist und sich darüber hinaus leicht verarbeiten lässt - wegen seiner besonderen Eigenschaften galt Asbest über viele Jahrzehnte hinweg als eine Art "Wundermaterial" und "Universalbaustoff". Von den 1930er Jahren wurde Asbest in zahlreichen Produkten verarbeitet bzw. in Gebäuden verbaut. Dazu zählen Platten für den Hochbau, für Außenfassaden und Dächer, Brems- und Kupplungsbeläge für Fahrzeuge, Dichtungen oder thermische Isolierungen, die selbst in Haushaltsgeräten wie Haarföhns verarbeitet wurden. Bis in die 1980er Jahre wurde Asbest in mehr als 3.000 verschiedenen Produkten eingesetzt.

Doch seit dem Jahr 1990 ist das in Österreich verboten. Denn die winzigen Asbestfasern einzuatmen, kann zu schweren Lungenerkrankungen führen, oft erst Jahre nach der Belastung damit. Asbest ist zudem eindeutig krebserregend. Immer noch sterben jedes Jahr weltweit mehr als einhunderttausend Menschen an Erkrankungen, die durch das Einatmen von Asbeststaub ausgelöst wurden. Obwohl das Herstellen, Inverkehrbringen und Verwenden von neuen Asbestprodukten bereits seit 1990 gesetzlich verboten, sorgt der mineralische Stoff nach wie vor für große Probleme in der Sanierung und der Altstofflagerung.

Anfang des Jahres wurden vier Steinbrüche im Burgenland wegen der hohen Asbestbelastung des dort hergestellten Schotters behördlich gesperrt. Die Steinkörner wurden in Wien im Straßenbau eingesetzt, finden sich auf Schotterwegen und -plätzen im Burgenland und wurde auch nach Ungarn geliefert. Im Burgenland wurde mittlerweile eine Taskforce eingesetzt, um die Verbreitung des Asbestschotters zu erfassen und potenziell gefährliche Orte zu sanieren.

Mittlerweile sind viele Menschen verunsichert und halten bewusst nach Asbest Ausschau. Grünliches Gestein mit weißen Steinchen deutet etwa auf eine mit Asbest belastete Straße hin. In Wien wurden in den vergangenen Wochen einige Asbestfunde bestätigt und die Versiegelung dieser Straßen eingeleitet. Weitere Untersuchungen sollen folgen, nachdem die ersten Analysen der Umweltschutzorganisation Greenpeace im Osten Österreichs verschiedene Problembereiche aufdecken konnte.

Was also muss getan werden, um die Asbestbelastung in ganz Österreich zu erfassen? Was braucht es für die Sanierung bzw. Instandsetzung der belasteten Böden? Und wo kann der Problemstoff letztlich endgelagert werden? Über diese Fragen spricht Marlene Nowotny mit dem Umweltsystemwissenschaftler Stephan Krämer, der an der Universität Wien unter anderem zur Asbestbeseitigung in verseuchten Böden forscht.

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