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Punkt eins
Hitze als Herausforderung für die Pflege
Wie sich Alten- und Pflegeheime für zukünftige Hitzewellen rüsten. Gäste: Prim. Prof. Dr. Katharina Pils, Chefärztin des Österreichischen Roten Kreuzes; Human Vahdani (MBA), Bereichsleiter der stationären Pflege der CS Caritas Socialis Wien. Moderation: Marina Wetzlmaier. Anrufe 0800 22 69 79 | punkteins(at)orf.at
19. August 2026, 13:00
Sein Arbeitstag beginnt damit, die Fenster zu schließen und die Räume zu verdunkeln, berichtet ein Fachsozialbetreuer eines oberösterreichischen Alten- und Pflegeheims. Mit Rollos und Markisen versuche man die Hitze so gut wie möglich draußen zu halten. Eine Klimaanlage gibt es nicht, aber noch ist die Temperatur erträglich. Die Kollegin vom Nachtdienst hat schon in den frühen Morgenstunden durchgelüftet. Eine Herausforderung sei, alle Bewohner:innen im Blick zu behalten. Nicht immer äußern sie sich, wenn ihnen zu heiß ist. Medikamente und bestimmte Erkrankungen können das Temperaturempfinden beeinflussen. Auch das Durstgefühl lässt im Alter nach. Wenn die Menschen dehydriert sind, steigt die Sturzgefahr, sagt der Pflegeassistent.
Hitze ist laut GeoSphere Austria die mittlerweile tödlichste Naturgefahr in Österreich. Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen zu den Haupttodesursachen bei Hitzewellen. Pflegeeinrichtungen sind mehrfach betroffen. Ältere Menschen, Personen mit Pflegebedarf und chronischen Erkrankungen leiden stärker unter den extremen Temperaturen, als andere Bevölkerungsgruppen. Gefährdet sind auch Personen, die unter großer körperlicher Belastung arbeiten. Dazu zählt das Pflegepersonal.
Die große Hitzewelle ist vorläufig überstanden, aber wie rüsten sich die Einrichtungen für zukünftige Extremwetter? "Wir haben vorausschauend schon drei unserer Häuser klimatisiert", sagt Human Vahdani, Bereichsleiter der stationären Pflege der CS Caritas Socialis in Wien. Gleichzeitig spaltet das Thema Klimaanlage die Gemüter, betont er: "Man muss sensibel planen, welche Bereiche man auf diese Weise kühlt." Boden- und Deckenkühlungen, Lüftungsanlagen, Kühlwesten für Mitarbeiter:innen und klimatisierte Aufenthaltsräume sind weitere Strategien, über die Einrichtungen berichten. Die Speisepläne der Bewohner:innen wurden umgestellt, und Aktivitäten fanden zu den weniger heißen Tageszeiten statt.
Der Nationale Hitzeschutzplan empfiehlt außerdem: bauliche Anpassungen, Schulungen für das Personal und Bewusstseinsbildung bei gefährdeten Personen. Für den Pensionistenverband Österreich reichen Empfehlungen nicht. Er fordert verpflichtende Hitzeschutzpläne und Mindeststandards für alle Alten- und Pflegeheime. Wie gut ältere Menschen geschützt werden, dürfe nicht vom Wohnort oder Heimträger abhängen, heißt es in einer Aussendung.
Wie reagiert der Körper mit zunehmendem Alter auf Hitze? Wie können ältere Menschen besser geschützt werden - sowohl Menschen in den Alten- und Pflegeheimen, als auch jene, die zuhause und alleine leben? Welche Rolle spielen Angehörige und das soziale Umfeld? Welche politische Unterstützung braucht es? Zu Gast bei Marina Wetzlmaier sind Pflegedirektor Human Vahdani und Katharina Pils, Gerontologin und Chefärztin des Österreichischen Roten Kreuzes. Hörerinnen und Hörer sind herzlich eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen: Rufen Sie in der Sendung an unter 0800 22 69 79 oder schreiben Sie ein E-Mail an punkteins(at)orf.at.
Service
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