Ausgewählt
"Ein großer Komponist ist erschienen!"
Zum 150. Todestag von Felicien-Cesar David (1810-1876)
25. August 2026, 10:05
Als Chorknabe in der Kathedrale von Aix-en-Provence kam der sechsjährige Waisenknabe erstmals mit Musik in Berührung und entschloss sich alsbald, diese zu seinem Lebensinhalt zu machen. Schon der Teenager arbeitete parallel als Kapellmeister der Kathedrale und als Dirigent des Theaters von Aix. Luigi Cherubini persönlich nahm den 20-jährigen am Conservatoire de Paris auf, wo sich Felicien David künstlerisch vervollkommnete. Sein Eintreten für die sozialrevolutionäre Sekte der Saint-Simonisten zwang ihn 1833 zur Flucht ins Ausland. Eine mehrjährige Reise durch den Nahen Osten führte ihn über Konstantinopel nach Jaffa, Jerusalem, Beirut und Kairo. Voller Inspirationen für sein heute noch bekanntestes Werk, die 1844 uraufgeführte sinfonische Ode "Die Wüste" (Le desert), kehrte er zurück. Hector Berlioz jubelte: "Ein großer Komponist ist erschienen!", und Aufführungen der "Wüste" in mehreren deutschen Musikzentren, in Wien, Brüssel, London und New York machten seinen Namen weltweit bekannt.
Zu Beginn der 1850er Jahre wollte sich David auch als Dramatiker beweisen. Auf die komische Oper "La Perle du Bresil" (1851) folgte die vieraktige Oper "Herculanum" (1859). Mit der opera comique "Lalla-Roukh" gelang ihm 1862 der endgültige Durchbruch. Die Leitsterne seines Schaffens hat Felicien David klar benannt: "Ich möchte romantisch sein im Sinne Beethovens und Webers, also neu, originell, tief wie sie. Das ist keine Romantik in der Art von Rossini oder Auber - Gott schütze mich davor!"
Zur 150. Wiederkehr seines Todestages am 29. August erinnern wir an den zu wenig beachteten Meister.
Sendereihe
Gestaltung
- Christoph Wagner-Trenkwitz
