Radiogeschichten

Das Unbehagen vor der Kamera

"Die helle Kammer" von Roland Barthes. Aus dem Französischen von Dietrich Leube. Es liest Joseph Lorenz.

Die Fotografie hätte etwas Tautologisches, stellt Roland Barthes in seinem berühmten letzten Essay fest, weshalb der große Semiotiker hier die Wissenschaft der Zeichen beiseite und sich ausschließlich von seiner Faszination leiten lässt. Was geschieht mit dem Fotografierten beim Fotografieren? Im Einnehmen einer Pose wird der Körper im Voraus zum Bild, das Subjekt kollaboriert mit seiner Objektwerdung, das Ich kann mit dem Bild nie in Deckung kommen, die Existenz wird metaphorisch - ein Unbehagen... Betrachtungen über die Fotografie aus dem Jahr 1980, lange vor dem Rausch der Selbstdarstellung der Selfie- und Social-Media-Generation.

Roland Barthes, geboren 1915 in Cherbourg, gestorben 1980 in Paris, untersuchte mittels strukturalistischer Methoden, Dekonstruktion und Psychoanalyse Texte, Filme, Fotografie, Mode, Werbung u.a. Er war einer der Begründer des Poststrukturalismus.

Service

Roland Barthes, Die helle Kammer. Bemerkungen zur Photographie. Übersetzt von Dietrich Leube. Suhrkamp Verlag, 1985.

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