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Am Puls - Gesundheit und Medizin
Spürbarer Verlust: Phantomschmerzen
Unterstützung bei Demenz ++ Ukraine: Rehabilitation nach Kriegsverletzungen ++ In der Wahlarzt-Praxis ++ Live Am Puls - Sprechstunde: Amputation und Prothesenversorgung | Zu Gast: Burkhard Gustorff, Anästhesist und Schmerzmediziner; Rainer Schultheis, Medizin-Meteorologe und Mitgründer eines Prothetik-Startups; Birgit Bischof, Physiotherapeutin | Moderation: Ronny Tekal | Anrufe: 0800 22 69 79 | E-Mail: ampuls@orf.at
17. September 2026, 16:05
Die Empfindung bleibt
Wie kann etwas schmerzen, das gar nicht mehr da ist? Dass nach einer Amputation Schmerzen am verbliebenen Stumpf zu spüren sind, ist nachvollziehbar. Bei über 80 Prozent der Betroffenen stellen sich jedoch auch Phantomschmerzen ein. Das "Phantom" ist dabei die subjektive Wahrnehmung, dass ein amputierter oder fehlender Körperteil weiterhin existiert und sich sogar mitbewegt, obwohl er physisch fehlt. Bei manchen kann die Gliedmaße auch außerhalb der normalen Körpergrenzen oder in einer unnatürlichen Position wahrgenommen werden. Mechanische Belastung am Stumpf, eine psychische Anspannung oder auch ein Wetterumschwung können die Beschwerden verstärken.
Auch wenn sich die Empfindungen im Kopf abspielen, sind sie keine Illusion. Vielmehr kommt es zu Umstrukturierungsprozessen in Gehirn, Rückenmark und peripheren Nerven. Die ankommenden Signale werden teilweise als Empfindung oder Schmerz im nicht mehr vorhandenen Glied interpretiert. Der Körper versucht gewissermaßen, den Verlust auf mehreren Ebenen zu kompensieren. Ein Umstand, den man sich mittlerweile zunutze macht, um über diese verbleibende Nervenaktivität Prothesen zu steuern.
Mit einer frühzeitigen Rehabilitation und einem gezielten Training können viele Amputierte wieder sicher gehen, Treppen steigen, Rad fahren oder sogar Leistungssport betreiben. Ronny Tekal spricht über das unsichtbare Leiden nach einer Amputation und wie man mit dem Einsatz modernster Prothetik ein selbstbestimmtes Leben führen kann.
Zu Gast im Studio:
Burkhard Gustorff
Leiter der Abteilung für Anästhesie, Intensiv- und Schmerzmedizin an der Klinik Ottakring
Professur für Interdisziplinäre Schmerzmedizin an der Fakultät für Medizin der Sigmund Freud PrivatUniversität SFU
Rainer Schultheis
Medizin-Meteorologe
Mitgründer des Prothetik-Start-ups Saphenus für "fühlende Prothesen"
Am Telefon:
Birgit Bischof
Physiotherapeutin
Clinical Rehabilitation Specialist für die Schnittstelle zwischen Technik und Orthopädie
Otto Bock Healthcare
Verlustreicher Krieg
Eine Granate kann in einer Sekunde zerstören, was eine jahrelange Rehabilitation wieder aufzubauen versucht. Während die meisten Amputationen in Österreich aufgrund fortgeschrittener Gefäßerkrankungen oder Diabetes erfolgen, benötigen mehr als 40.000 Ukrainerinnen und Ukrainer, nach Amputationen durch kriegsbedingte Verletzungen, eine Versorgung mit Prothesen. Im Superhumans Center in Lemberg wurden seit der Eröffnung im April 2023 mehrere tausend Kriegsversehrte behandelt. Die spezialisierte Klinik ist spendenfinanziert und bietet kostenlos Prothetik, Rehabilitation, rekonstruktive Chirurgie und psychologische Betreuung. Und sie arbeitet eng mit österreichischen Einrichtungen zusammen. Helene Keclik hat sich umgehört.
Interviewpartner im Superhumans Center, Lviv (Lemberg), Ukraine:
Vitalii Marchenko, Physiotherapeut
Oksana Zelinska, Internationale Koordinatorin
Am Puls ergänzt die Ö1 Radiokolleg-Reihe "Prothesen: Vom Holzbein zum Cyborg" - nachzuhören auf ORF Sound
Welt-Alzheimer-Tag
Schätzungsweise 170.000 Menschen leben aktuell in Österreich mit einer demenziellen Erkrankung, einem Sammelbegriff für Krankheiten, die zu einem fortschreitenden Abbau der geistigen Funktionen und des Gedächtnisses führen. Die mit Abstand häufigste Form ist Morbus Alzheimer, der umgangssprachlich als Synonym für Demenz gilt. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung wird sich die Zahl der Betroffenen bis zum Jahr 2050 voraussichtlich verdoppeln.
Der "Welt-Alzheimer-Tag", der jährlich am 21. September begangen wird, möchte diese Erkrankungen und die Betroffenen sowie ihre Angehörigen in den Fokus rücken. Auch in Österreich gibt es eine Fülle von Hilfs- und Unterstützungsangeboten. Maria Harmer hat sich einen kleinen Überblick verschafft:
Interviewpartnerin:
Antonia Croy
Psychotherapeutin
Präsidentin des gemeinnützigen Vereins Alzheimer Austria
Rubrik "Eine Frage noch"
"Was muss ich bei einer Behandlung in einer Wahlarztpraxis beachten?"
Die Antwort gibt Gerhard Jelinek, Leiter der Wiener Pflege- und Patient:innenanwaltschaft.
Ein Beitrag von Norbert Peter.
Service
Verein Alzheimer Austria
Wiener Pflege- und Patient:innenanwaltschaft
ORF Sound Podcast, Ö1 Radiokolleg-Reihe "Prothesen: Vom Holzbein zum Cyborg"
