YANNIC STEUERER
Gedanken für den Tag
In der Laubhütte
Lea Kalisch, Künstlerin, Sängerin, Filmemacherin und Performerin und Tobias Divack Moss, Rabbiner von Or Chadasch über die hohen jüdischen Feiertage
17. September 2026, 06:57
Wir lieben das Sukkot-Fest, denn es ist viel unbeschwerter als Rosh ha-Schana und Jom Kippur. Man darf jetzt richtig genießen und viel essen.
Sukkot ist ein besonderes Fest. Es führt uns aus unseren Synagogen und unseren Wohnungen hinaus und lädt uns in die Sukka ein, eine temporäre Hütte, gerade stabil genug, um dem Wind standzuhalten. Ihr Dach muss so locker bedeckt sein, dass man die Sterne noch sehen kann. Sie erinnert uns daran, wie zerbrechlich und vergänglich unser Leben ist.
Als wir in Minneapolis wohnten, konnten wir die Schönheit des Festes wirklich spüren. Wir hatten eine Sukka im Vorgarten gebaut, mit einer Couch darin, und haben jeden Tag dort gefrühstückt und Abend gegessen. Mal bei 25 Grad und Sonne und mal eingewickelt und mit einer Schicht Schnee über uns. Wir wurden richtig Teil der Natur und konnten die Vielfalt des Herbstes beobachten.
Es ist wunderschön, das Verwelken der Blätter. Und die Vögel und Eichhörnchen kamen auch manchmal vorbei.
Nicht nur die Tiere kamen vorbei, sondern auch die Nachbarn. In Wien werden die meisten Laubhütten in einem Innenhof aufgebaut. Da kommt es leider nicht zu spontanen Begegnungen. In früheren Gesellschaften kannten alle ihre Nachbarn. Viele unserer heutigen Probleme mit fehlender Verbundenheit, Einsamkeit und Misstrauen könnten wir lösen, wenn wir unsere Nachbarn ein bisschen besser kennen würden.
Service
Sendereihe
Gestaltung
Playlist
Komponist/Komponistin: Frank Wildhorn
Textdichter/Textdichterin, Textquelle: Lea Kalisch
Komponist/Komponistin: Traditional/Klezmer
Album: Shtetl Neshume
Titel: Bring on the show
Anderssprachiger Titel: Medley: Parodie von "Bring on the men" (Jekyll & Hyde) + "Leben Zol Palestina"
Ausführende: Lea Kalisch & Der Senster Gob
Länge: 06:03 min
Label: Eigenverlag
