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Intermezzo - Künstlerinnen und Künstler im Gespräch
Käthe Kratz: Erinnern als Selbstermächtigung
Die Autorin und Filmemacherin Käthe Kratz war oft Pionierin - und hat nun mit ihren Erinnerungen unter dem Titel "Schwindelfrei" ein Stück feministische Geschichte aufgeschrieben.
27. September 2026, 11:50
Sie wollte "Frontfrau sein, nicht Alibifrau", schreibt sie in ihrem Buch - eine, die den Weg bahnt für die, die nach ihr kommen: Käthe Kratz, die nächstes Jahr achtzig Jahre alt wird, war immer wieder Pionierin, nicht nur als erste Frau im Regiestudium an der Filmakademie Wien, auch als erste Regisseurin eines Fernsehspielfilms für den ORF- übrigens gegen ganz konkreten Widerstand, wie sie im "Intermezzo"-Gespräch mit Magdalena Miedl schildert.
Kratz war engagiert in der Aktion Unabhängiger Frauen, und sie war und ist wichtige Chronistin weiblicher Geschichte, am bekanntesten mit ihrem Fernseh-Fünfteiler "Lebenslinien" über Frauenbiografien von Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Achtundsechzigerbewegung.
Das Erzählen und Erinnern als Akt der durchaus politischen Selbstermächtigung ist ein Motiv, das sich auch in "Schwindelfrei" wiederfindet: Von ihrer Kindheit in der Flüchtlingsbaracke in Salzburg, als Tochter überzeugter Nazis, über ihren Ausbruch, das Studium in Wien, ihren Aktivismus als Feministin, über Diskriminierung, Solidarität und Begeisterung, und über ihre Perspektive auf die Protestbewegungen um Hainburg, Zwentendorf und die Arena schreibt sie - und spricht darüber, mit einem analytischen Blick auf fast 80 Jahre politisches Österreich.
