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Menschenbilder
Robert Menasse, Autor
Europa weiter denken: Der Schriftsteller Robert Menasse
27. September 2026, 14:05
Robert Menasse kommt 1954 zur Welt und wächst in Wien auf, studiert Germanistik, Politikwissenschaft und Philosophie und erlebt als Student die Aufbruchszeit nach 1968 mit einer neuen Debattenkultur in den Kaffeehäusern. Er ist Arena-Besetzer und beschäftigt sich während seines Studiums mit Marx, Hegel, Adorno, Lukacs und Feyerabend. Früh gründet er eine Studentenzeitschrift, das "Zentralorgan herumstreunender Germanisten" und dissertiert bei Wendelin Schmidt-Dengler über den "Typus des Außenseiters im Literaturbetrieb".
1981-1988 unterrichtet er als Gastdozent am Institut für Literaturtheorie an der Universität von Sao Paolo in Brasilien wo er weiter an seinen Texten arbeitet. Nach seiner Rückkehr entstehen zahlreiche Essays über österreichische Geschichte, Geisteshaltung, Identität und Politik wie "Das Land ohne Eigenschaften", Die sozialpartnerschaftliche Ästhetik" oder "Dummheit ist machbar".
Zu seinen Hauptwerken zählt eine Roman-Trilogie, bestehend aus "Sinnliche Gewissheit", "Selige Zeiten, brüchige Welt" und "Schubumkehr". Danach folgte mit "Die Vertreibung aus der Hölle" ein großer Roman, der die europäische Geschichte in die Zange von Aufklärung und Postmoderne nimmt. In der Folge entstanden Essays, Reden und die Romane "Die Hauptstadt" und "Die Erweiterung". Zuletzt erschienen 2026 "Die Lebensentscheidung" und "Der 11. September. Überblendungen."
Zentral in Menasses Werk sind damit die Konzentration auf die europäische und österreichische Geschichte, Fragen der jüdischen Kultur nach der Shoa, wie die kritische Verteidigung der europäischen Union und der Anspruch, vom Leben in Europa zu erzählen.
Gestaltung: Sabine Nikolay
