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Im Fokus - Religion und Ethik
Aspekte eines radikalen Lebens
Aktuell im Fokus: Religionsunterricht unter stärkerer staatlicher Aufsicht? +++ Thema im Fokus: 800. Todestag von Franz von Assisi +++ Serie: Wahn oder Weisheit? - Persönlichkeitsstörungen +++ Moderation: Alexandra Mantler
30. September 2026, 16:05
Aktuell im Fokus: Religionsunterricht unter stärkerer staatlicher Aufsicht?
Claudia Bauer, Bundesministerin für Europa, Integration und Familie, ist auch für Kultusfragen zuständig. Mit ihrem Vorstoß, den konfessionellen Religionsunterricht stärker unter staatliche Aufsicht zu stellen, ist sie unter anderem auf Kritik bei den christlichen Kirchen gestoßen. Die Aufsicht sei bereits gesetzlich geregelt, so etwa der Grazer Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl, die evangelisch-lutherische Bischöfin Cornelia Richter und die Leiterin des erzbischöflichen Schulamtes, Andrea Pinz. Auch die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) sieht keinen Handlungsbedarf bei der geltenden gesetzlichen Regelung. Bauers Amtskollege, Bildungsminister Christoph Wiederkehr, bezeichnet die Vorstellung, die Fachaufsicht ganz beim Staat anzusiedeln als "verfassungsrechtlich nicht trivial", kann sich aber vorstellen, das Verhältnis zwischen Staat und Kirche "neu einzustellen".
Im Studio spricht Judith Fürst mit dem Kirchenrechtler, Juristen und römisch-katholischen Priester, Andreas Kowatsch, darüber, wie angesichts des Konkordats die derzeitige rechtliche Lage ist und welche Neujustierungen gesetzlich möglich wären.
Thema im Fokus: 800. Todestag von Franz von Assisi - Franziskus-Festival in Bologna
Eigentlich nennt man Bologna, die Hauptstadt der Emilia Romagna, "die Rote", Ende September aber steht die Piazza Maggiore im Zentrum der Stadt ganz im Zeichen der Franziskaner und Franziskanerinnen. Heuer jährt sich der Todestag eines der bekanntesten katholischen Heiligen zum 800. Mal. Franz von Assisi, der Sohn aus reichem Haus, der allen Reichtümern entsagt, um sich den Armen und Ausgegrenzten zu widmen und Gott zu predigen, ist eine Inspiration weit über die Grenzen der katholischen Kirche hinaus. In Italien wurde der 4. Oktober nun wieder zum offiziellen Feiertag - Franz von Assisi starb am Abend des 3. Oktobers 1226. Mit einer ganzen Reihe an Veranstaltungen wird des Nationalheiligen heuer gedacht. Cornelia Vospernik hat eine davon besucht: das Franziskus-Festival in Bologna.
Franz von Assisi - Aspekte eines radikalen Lebens
Ob es im Jahr 1181 oder 1182 war, weiß man nicht genau. Jedenfalls wurde damals in Assisi ein Kind namens Giovanni di Pietro Bernardone geboren. Im Alter von 20 Jahren kämpfte der Sohn eines reichen Tuchhändlers im Städtekrieg zwischen Perugia und Assisi und geriet in einjährige Gefangenschaft. Als er 1205 dem Aufruf des Papstes zu einem Kreuzzug folgen will, stoppt ihn eine Traumvision und er kehrt zurück. Offenbar ist er damals schon inmitten eines stufenweisen Verwandlungsprozesses zu dem Mann, den einmal die ganze Welt kennen wird: Franziskus von Assisi. Ein Jahr später begegnet er einem Aussätzigen und vor dem Kreuzbild in San Damiano meint er, die Botschaft zu empfangen "Stelle meine Kirche wieder her". Er zieht die Bettlerkutte an, pilgert nach Rom und bettelt vor der Peterskirche. Im Jahr 1207 kommt es dann zur endgültigen Trennung von seinem Vater. Das radikale Leben des "Hofnarren Gottes" eckt bei den einen an und begeistert andere. Ein Leben ohne Kompromisse, mit dem Ziel, die Kirche seiner Zeit von Grund auf zu erneuern. 1226 stirbt Franziskus, schon zwei Jahre später wird er heiliggesprochen. Bereits 50 Jahre nach der Gründung des Ordens der Franziskaner zählt man in Europa 8.000 Klosterniederlassungen mit insgesamt 200.000 Mitgliedern. Johannes Kaup zeichnet einige Aspekte von Franziskus radikalem Leben anlässlich seines 800.Todestags nach.
Serie: Wahn oder Weisheit? - Persönlichkeitsstörungen
In den Metamorphosen erzählt der römische Dichter Ovid unter anderem die Geschichte von Narziss - jenem jungen Mann, der sich in sein eigenes Spiegelbild verliebt. Sein Name steht bis heute für besonders ausgeprägte Selbstbezogenheit. Auch die Bibel erzählt von Figuren, denen narzisstische Züge unterstellt werden könnten. Claudia und Simone Paganini betrachten sie in ihrem neuen populärwissenschaftlichen Buch "Wahn und Weisheit" mit dem Wissen der modernen Psychologie. Nikolaus Hofer hat mit ihnen über Persönlichkeitsstörungen in der Bibel gesprochen.
