BERNHARD HOLUB
Intermezzo - Künstlerinnen und Künstler im Gespräch
Josef Dabernig: Film, Raum & Struktur
Der bildende Künstler und Filmemacher Josef Dabernig im Gespräch mit Jakob Fessler über sein filmisches Oeuvre, über Orte der Leere und Entfremdung und über die Verschränkung von Bild und Text.
4. Oktober 2026, 11:57
Rund 20 Experimentalfilme umfasst Dabernigs filmisches Oeuvre. Analog und oft schwarz-weiß gedreht, kommen seine filmischen Miniaturen ohne gesprochene Dialoge aus. Im Zentrum stehen oft Orte der Leere und der Entfremdung wie ein Speisewagen, ein verlassenes Wohnheim oder Sportstätten. Der studierte Bildhauer Josef Dabernig versteht Film dabei als "extended sculpture". Der Raum, Architektur, mathematische Größen und Verhältnisse bilden dabei formgebende Strukturen.
Viele der Drehorte seiner Filme finden sich - außerhalb von Österreich - zwischen Süditalien, Polen und dem Südkaukasus. Seit 2003 arbeitet Josef Dabernig mit dem Schweizer Schriftsteller Bruno Pellandini zusammen, der mit Texten eine eigene, zusätzliche Erzählung in Dabernigs Filme bringt, die als Parallelerzählung zum Bild arbeiten und somit durch das dialektische Aufeinandertreffen eine dritte Narrationsebene erzeugen. 2011 war Josef Dabernig mit seinem Film "Hyper-Crisis" auch beim Filmfestival in Venedig geladen.
Service
Die Werkschau "In Person Josef Dabernig" in Kooperation mit der Kontakt Sammlung und sixpackfilm findet von 14. bis 21. Oktober 2026 im Österreichischen Filmmuseum statt.
Josef Dabernig: "Melodramatische Filmminiaturen als Blaupause entmaterialisierter Plastik", Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König (erscheint im Oktober 2026)
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