Moment
Tschechen und Slowaken - als Volksgruppe
Historisch verwurzelt, aber wenig bekannt
5. Oktober 2026, 15:30
Karl Hanzls Familie lebt seit mehreren Generationen in Wien. Sein Großvater gründete 1912 eine Tischlerei, die bis heute besteht. Er gehörte zu jenen tschechischen Handwerkern und Arbeitern, die dabei halfen, die Stadt zur damaligen Metropole aufzubauen. Um die Jahrhundertwende lebten in Wien laut Schätzungen 300.000 Tschechisch-sprechende Menschen. Nach Prag galt Wien somit als zweitgrößte "tschechische Stadt". Mittlerweile bekennen sich österreichweit rund 11.000 Personen zur Volksgruppensprache Tschechisch, wie eine Volkszählung von 2001 ergab.
"Für den Erhalt der Volksgruppe ist Bildung das Wichtigste", sagt Hanzl, der Obmann des Schulvereins Komensky ist. Vom Kindergarten bis zur Matura erhalten die Schülerinnen und Schüler mehrsprachigen Unterricht auf Tschechisch, Slowakisch und Deutsch. "Ohne Kenntnis der Sprache verlieren wir alle Möglichkeiten als Volksgruppe zu überleben", sagt auch Vladimir Mlynar, Vorsitzender des Slowakischen Volksgruppenbeirats und Obmann des österreichisch-slowakischen Kulturvereins. Die slowakische Volksgruppe habe nur wenige, aber sehr aktive Vereine. So sollen Sprache, Kultur, Musik und Tanz an die nächsten Generationen weitergeben werden.
Diese Sendung ist Teil eins der Schwerpunktwoche "Volksgruppen".
