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ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Punkt eins

Länger arbeiten - aber wie?

Arbeiten ab 50: mehr Beschäftigung und mehr Arbeitslosigkeit. Gäste: Julia Bock-Schappelwein, Ökonomin am Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung WIFO & Manuela Vollmann, Geschäftsführerin ABZ Austria. Moderation: Marina Wetzlmaier. Anrufe 0800 22 69 79 | punkteins(at)orf.at

Nach vielen Jahren im Betrieb folgt plötzlich die Kündigung. Die Aufträge sind weggebrochen, das Unternehmen wird umstrukturiert. Arbeitssuchend mit Mitte 50. Mit der langjährigen Berufserfahrung und der Reihe an Weiterbildungen, sollte es kein Problem sein, eine neue Stelle zu finden, denkt man zuerst. Bis eine Absage nach der anderen eintrifft, oder nach Bewerbungsgesprächen doch anderen der Vorzug geben wird. Bis man sich fragt, ob es am Alter liegen könnte, auch wenn es die Unternehmen nicht direkt ansprechen. Der berufliche Wiedereinstieg wird im späteren Erwerbsalter immer schwieriger.

Gleichzeitig sollen laut Bundesregierung die Menschen länger arbeiten, um die Wirtschaft am Laufen zu halten und das Pensionssystem zu sichern. So soll die kürzlich im Nationalrat beschlossene "Aktivpension" die Menschen dazu motivieren, ihren Ruhestand hinauszuschieben. Wer ab 2027 über das Regelpensionsalter hinaus arbeitet, erhält einen Steuerfreibetrag von bis zu 15.000 Euro im Jahr.

Tatsächlich sind die Beschäftigungsquoten von Menschen ab 55 und ab 60 Jahren gestiegen, wie das "Älterenbeschäftigungsmonitoring" des Sozialministeriums zeigt. Das liegt vor allem daran, dass das Pensionsalter für Frauen seit 2024 schrittweise von 60 auf 65 Jahre erhöht wird. Gleichzeitig sind Frauen in dieser Altersgruppe stärker von Erwerbsarbeitslosigkeit betroffen. Die schwache Konjunktur wirkt sich vor allem auf Branchen aus, in denen viele Frauen arbeiten, etwa im Handel.

Manuela Vollmann spricht außerdem von strukturellen Hürden und Altersdiskriminierung. Sie ist Geschäftsführerin der Non-Profit-Organisation ABZ Austria, die sich für die Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt engagiert. Viele Betriebe hätten nach wie vor Vorbehalte gegenüber älteren Beschäftigten, sagt Vollmann. Sie gelten als teuer, öfter krank und weniger flexibel. Dabei seien gerade in Zeiten des Fachkräftemangels Beschäftigte mit Lebenserfahrung und Fachwissen besonders wertvoll.

"Wir können es uns nicht leisten die Älteren nicht mitzunehmen", betont auch die Arbeitsmarktökonomin Julia Bock-Schappelwein. Es sei ebenso wichtig in die Weiterbildung von älteren Arbeitnehmer:innen zu investieren.

Wie können Menschen länger in Beschäftigung gehalten werden? Welche Rahmenbedingungen sind notwendig, damit sie gesund bis zur Pension arbeiten können - und darüber hinaus? Was bedeutet "alternsgerechtes arbeiten"? Wie wirksam sind Anreize und Förderungen für Betriebe, die ältere Mitarbeiter:innen einstellen? Welche positiven Beispiele gibt es?

Darüber spricht Marina Wetzlmaier mit Manuela Vollmann, Julia Bock-Schappelwein und mit Ihnen. Was sind Ihre Erfahrungen? Rufen Sie an unter 0800 22 69 79 (kostenfrei innerhalb von Österreich) oder schreiben Sie uns per E-Mail an punkteins(at)orf.at

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