Vorgestellt
Von Schönberg bis Schnitzler
Der französische Pianist Pierre-Laurent Aimard nimmt sich Schönbergs Klavierwerke an und Franui packt Schnitzlers "Reigen" in musikalisches Gewand.
8. Oktober 2026, 11:30
1909 begann Arnold Schönberg mit der Komposition seiner Klavierstücke. Eine Arbeit, die ihn über 22 Jahre lang begleiten sollte und mit denen er die Musikwelt nachhaltig veränderte. Erstmals wagte er sich an Atonalität und Zwölftonmusik. Der französische Pianist Pierre-Laurent Aimard, der einerseits als Schlüsselfigur der zeitgenössischen Musik gilt, sich andererseits aber auch mit Einspielungen von Bach einen Namen gemacht hat, widmet sich nun Schönbergs Klavierstücken op. 11, op. 19 und op. 33: graziös, schlicht und hingebungsvoll.
In dieser Zeit des künstlerischen wie gesellschaftlichen Aufbruchs um die Jahrhundertwende entstand auch Arthur Schnitzlers Drama "Reigen". Ein Werk, das gleichermaßen mit althergebrachten Formen und Inhalten bricht.
Wie aber klingt es, wenn man Schnitzlers "Reigen" vertont? Dieser Frage geht die Musicbanda Franui auf ihrem aktuellen Album nach. Das Osttiroler Ensemble, das sich als Schmelztiegel für Klassik, Volksmusik, Jazz und zeitgenössischer Kammermusik versteht, wagt sich damit an die Literatur und zeigt, dass es auch dieser gewachsen ist. Die Ironie, die Scham, das Geplänkel und nicht zuletzt: der Beischlaf. All das wird musikalisch verpackt, eng verbunden mit dem Text Schnitzlers. Dieser wird gelesen von den beiden Burgschauspielern Regina Fritsch und Sven-Eric Bechtolf. So entsteht ein beinahe tanzbarer Reigen, bereichert um Anklänge von Erik Satie, John Cage oder Giuseppe Verdi. Vor allem aber: Franui.
Service
Aktuelle Aufnahmen:
"Schönberg Piano Works"
Ausführende: Pierre-Laurent Aimard, Klavier
Label: alpha classics
"Arthur Schnitzler. Reigen. Drama mit Musik"
Ausführende: Regina Fritsch, Sven-Eric Bechtolf, Musicbanda Franui
Label: col legno
