Radiokolleg
Im Fluss - die Moldau entlang (3)
Von Vystrkov bis zum Slapy-Stausee
14. Oktober 2026, 09:05
Ein Stück der sozialistischen Geschichte findet sich am Stausee bei Orlík. Hier entstanden in den 1960er-1980er Jahren exklusive Resorts für KP-Funktionäre und Regierungsmitglieder, abgeschirmt vom öffentlichen Massentourismus. Dazu gehörten Regierungsvillen, Bootsanleger und bewachte Erholungsanlagen.
Auch der Besuch in einer früheren Mühle erinnert an eine andere, noch nicht lange vergangene Zeit: der Hof wurde - wie alle landwirtschaftlichen Betriebe - Teil der Vereinigten Landwirtschaftlichen Genossenschaften. Heute bewirtschaftet ihn wieder die Familie der ursprünglichen Eigentümer.
Wie gefährlich der Alltag auf der Moldau war, zeigt die Geschichte der Johannisstromschnellen Svatojánské proudy. Sie stellten ein gewaltiges Hindernis für Flößer dar, weshalb Kaiser Ferdinand III. im 17. Jahrhundert sogar einen Felsen sprengen ließ, um Transporte zu erleichtern. Später wurde zum Schutz der Flößer eine Statue von Johannes Nepomuk aufgestellt. Im 19. Jahrhundert war die wildromantische Landschaft Anziehungspunkt für die ersten Touristen. Heute ist vieles davon unterm Wasserstau von Slapy verborgen.
Gestaltung: Ute Maurnböck, Sonja Bettel und Kilian Kirchgessner
