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Punkt eins
Heizung sanieren, Heizung tauschen.
Heizen als Klimafaktor. Gäste: Dr. Wolfgang Amann, Geschäftsführer, IIBW - Institut für Immobilen, Bauen und Wohnen GmbH; Dr. Stefan Nabernegg, Forschungsgruppe Ökonomik des Klima- und Umweltwandels (EconClim), Universität Graz.
28. Oktober 2026, 13:00
Die Europäische Union strebt Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 an. Das bedeutet, dass die Treibhausgas-Bilanz aller Mitgliedsstaaten ausgeglichen sein soll. Gelangen Kohlendioxid, Methan oder Lachgas in die Atmosphäre, muss das kompensiert werden - durch Aufforstung etwa oder technische Verfahren, mit denen CO2 gespeichert werden kann.
Viel wichtiger als "auszugleichen" ist es jedoch, Treibausgasemissionen zu reduzieren bzw. überhaupt zu vermeiden. Dazu gehören erneuerbare Energien statt Kohle, Öl und Gas, also auch klimafreundliche Heizungen und energieeffiziente Wohnungen und Häuser.
Gebäude verursachen in Europa einen großen Teil der Emissionen, vor allem durch Heizen und Warmwasser. In Österreich liegt der Anteil des Gebäudesektors bei grob 10 bis 15 Prozent der Treibhausgasemissionen. Hinzu kommt schlechte Energieeffizienz bei vielen Gebäuden im Altbestand, also schlecht gedämmte Fenster, Wände und Dächer. Die Sanierungsrate ist gering. Doch auch beim Neubau gibt es Nachholbedarf, was die langfristige Energieeffizienz betrifft.
Eine neue Sanierungsoffensive für das Jahr 2027, die die Bundesregierung Anfang Oktober vorgestellt hat, soll dazu beitragen, im Wohnsektor schneller klimaneutral zu werden. Insgesamt stehen 500 Millionen Euro an Fördergeld zur Verfügung, 321 Millionen Euro für thermische Sanierung, 179 Millionen für Heizkesseltausch. Im Heizungsbereich werden die ersten 20 Millionen noch heuer vergeben, neue Anträge sind ab 2. November möglich.
Reichen solche Fördervorhaben für einen koordinierten Ausstieg aus fossiler Energie im Wohnbereich? Wie steht es um den Sanierungsfortschritt im Altbau? Und warum ist Heizen nicht nur eine Frage der Klimaneutralität, sondern zunehmend auch sozialer Gerechtigkeit? Über diese Frage spricht Marlene Nowotny mit dem Wohnbauforscher Wolfgang Amann und dem Klimaökonomen Stefan Nabernegg.
Und mit Ihnen: Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit Heizungstausch und Sanierung im Wohnbereich gemacht? Rufen Sie in der Sendung an, Sie erreichen uns unter 0800 22 69 79 (kostenfrei aus ganz Österreich) oder schreiben Sie ein Email an punkteins(at)orf.at.
