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Das dystopische Werkzeug
Die Künstliche Intelligenz wird die Arbeitswelt revolutionieren, das gilt auch für die Medien. Einerseits bringt sie Erleichterungen in Form neuer Tools für die Redaktionen und günstige Kosteneffekte für die Medienhäuser. Aber es erwächst den journalistischen Medien auch unlautere Konkurrenz, gegen die man sich auch noch durch Fact-Checking abgrenzen muss. Und: wie soll man in der Berichterstattung mit den dystopischen Szenarien umgehen, die aus unterschiedlichen Motiven über KI und deren mögliche Wirkung in die Welt gesetzt werden?
5. November 2026, 18:25
Hacker greifen mit KI sensible Regierungsdaten an, stehlen Milliarden von Krypto-Börsen und Tech-Insider warnen vor dem Ende der Menschheit. Die jüngsten Schlagzeilen zu Künstlicher Intelligenz sind nichts für schwache Nerven. Ist die mediale Debatte zu unkritisch gegenüber den düsteren Vorhersagen von OpenAI, Anthropic und Co? Ö1 IT-Expertin Sarah Kriesche meint: Man muss genau hinschauen. Auch Tech-Journalistin Claudia Zettel warnt davor, dem Hype der Tech-Bros zu folgen. Gleichzeitig hat KI viele Abläufe in Redaktionen verändert. Investigative Recherchen mit großen Datenmengen sind jetzt einfacher denn je, sagt ZIB2-Moderator Martin Thür. Und der ORF hat eine ausgezeichnete KI-Software entwickelt, die Redakteure bei ihrer Arbeit unterstützen soll.
KI macht Inforadio und Sport-Interviews
Ein Inforadio, das nur über DAB+ empfangen werden kann und rund um die Uhr von KI-Stimmen präsentiert wird: Das kann doch kein Geschäft sein? Weit gefehlt. Florian Novak, Radiomacher und Gründer von JETZT.at, beweist das Gegenteil. Er träumt sogar davon, sein journalistisch ambitioniertes Online-Medium durch seinen digitalen UKW-Sender "Inforadio" querfinanzieren zu können und sieht darin keinen Widerspruch. JETZT-Beiträge laufen bereits auf dem von KI getragenen Kanal. Der gemeinsame Nenner laut Novak: Die Medien rechnen sich und sind unabhängig. Auch Sportberichte auf dem "Ligaportal" rechnen sich: Eine KI namens Valentina "interviewt" nach Unterliga-Fußballspielen Trainer. Die machen gern mit, und die User nehmen das kostengünstige Angebot gern an.
Fellners Pingpong mit rechtem Influencer
Die Rechercheplattform DOSSIER hat es wieder getan: Sie haben einen Schwerpunkt zu den Fellner-Medien gemacht, dem Dutzende Hintergrundgespräche zugrunde liegen und den es unter dem Titel "Der Fall Fellner. Krawall und Korruption in Österreich" auch als Print-Produkt und in einer Bühnenversion gibt. Neue Erkenntnis: Die Fellners haben eine früher zwischen der "Kronen Zeitung" und dem damaligen FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache bewährte Methode übernommen: Nämlich ein Pingpong zwischen Boulevard-Blatt und Facebook-Seite - diesmal jener des rabiat-rechten Influencers Gerald Grosz - mit dem Ziel, gegenseitig die Reichweiten zu steigern.
Moderation und Gestaltung: Rosanna Atzara und Stefan Kappacher
