Im Gespräch
Jana Puglierin, Politikwissenschaftlerin
Im Gespräch mit Andreas Obrecht
6. November 2026, 16:05
Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 ist die renommierte Politikwissenschaftlerin Jana Puglierin in der deutschsprachigen Medienlandschaft vielfältig präsent: Sie teilt ihre außen- und sicherheitspolitische Expertise mit einem breiten Publikum und tritt leidenschaftlich für eine neue europäische Verteidigungsarchitektur ein. Mit dem von der Trump-Administration forcierten US-amerikanischen Rückzug aus Europa steht die europäische Staatengemeinschaft vor existentiellen Bedrohungen und gewaltigen Herausforderungen: Russland will seine antiwestliche Allianz mit China stärken, fraglich ist, ob die USA im Falle eines russischen Angriffs auf NATO-Gebiet ihrer Beistandsverpflichtung nachkommen würden. Europa muss konventionelle, hybride, selbst atomare Angriffe verunmöglichen, in all diesen Szenarien strategische Autonomie erlangen. Jana Puglierin, 1978 in Siegen geboren, hat Politikwissenschaft, Öffentliches Recht und Soziologie an der Universität Bonn studiert. Nach wissenschaftlicher und auch parlamentarischer Tätigkeit leitet sie seit 2020 den Think-Tank European Council on Foreign Relations in Berlin. Ihr neues, unlängst erschienenes Buch titelt mit einer überlebenswichtigen Frage: "Wer verteidigt Europa?" Detailliert beschreibt sie die neuen Kriegsgefahren und Strategien, die Schutz bieten: Welche Fähigkeiten, Technologien, Armeen werden heute benötigt? Wie lassen sich Angriffe aus dem Cyberraum, Sabotage kritischer Infrastruktur und gezielte Desinformation neutralisieren? Wie antworten auf anonyme Drohnenattacken? Ihr Buch steht damit im Zentrum der sicherheits- und verteidigungspolitischen Debatten und Maßnahmen, die auf nationaler und transnationaler Ebene in Europa diskutiert und umgesetzt werden. Nur entschiedenes gemeinsames Handeln wird die Sicherheit der europäischen Bürgerinnen und Bürger in Zukunft garantieren - davon ist Jana Puglierin überzeugt, wie sie im Gespräch mit Andreas Obrecht vor Publikum im Ringturm in Wien (27.10.) detail- und kenntnisreich ausführt.
