SALZBURGER FESTSPIELE/MARCO BORRELLI
Zeit-Ton
Francesca Verunelli bei den Salzburger Festspielen
Magnetisierende Klanggewebe der feinsten Übergänge in "La nuda voce"
8. November 2026, 20:58
In einer ereignisreichen Festspielsaison ging ein Detail in der Programmierung der Salzburger Festspiele fast unter: Alex Hiller, Leiter des Konzertprogramms, hat das Festival um einen zusätzlichen zeitgenössischen Schwerpunkt erweitert. Waren in den letzten Jahren vor allem Klassiker der Moderne im Fokus, gab es 2026 ein Porträt der italienischen Komponistin Francesca Verunelli.
In zwei Konzerten wurde eine Musiksprache vorgestellt, die mit feinsten Klang- und Intonationsabstufungen arbeitet. Im Mittelpunkt stand dabei die menschliche Stimme. "Es gibt keinen ursprünglicheren Klang als den der Stimme", zitiert "Die Presse" die Komponistin. In "La nuda voce", dem Werk, das wir in dieser Sendung präsentieren, erschafft Verunelli in feinsten Übergängen zwischen Instrumental- und Vokalklängen Momente, in denen die beiden Sphären nicht mehr klar voneinander zu unterscheiden sind. "La nuda voce" wurde vom Klangforum bei den Donaueschinger Musiktagen uraufgeführt. Die Salzburger Aufführung unter der Leitung von Emilio Pomàrico und mit den Sängerinnen Johanna Vargas, Sopran sowie Hel?na Sorokina wurde von der Presse äußerst positiv rezensiert. So schrieb der Kurier: "Das Klanggewebe erfüllt den Saal (...), zieht in seinen Bann, entwickelt einen Sog, der magnetisiert." Die Tageszeitung "Die Presse" hörte "bewegende Musik über den Anfang des Singens". (Mitschnitt vom 12. August 2026, aufgenommen im Mozarteum Salzburg)
