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Avi Avital - Between Worlds

Auf seinem 2014 bei Deutsche Grammophon veröffentlichten Album lässt der Mandolinist Avi Avital seine Mandoline zu einem musikalischen Chamäleon werden und beweist dabei spielend leicht einmal mehr: Musikalische Grenzen gibt es nicht.

"To make the world a better place" - diese Überschrift sticht einem beim Aufschlagen des Booklets direkt ins Auge. Angesichts der Welt- und Nachrichtenlage ist das wohl ein sehr guter Gedanke und Vorsatz - 2014 ebenso wie heute, zwölf Jahre später.

Auf seinem Album "Between Worlds" unternimmt Avi Avital einen Streifzug durch verschiedene Stile und verbindet klassische Musik mit traditionellen Stücken und Volksliedern. Zugegeben: Damit erfindet er die Musikwelt nicht neu. Vielmehr bezieht er sich auf Komponisten wie Béla Bartók, Ernest Bloch oder Manuel de Falla, die das bereits Anfang des 20. Jahrhunderts gemacht haben.

Auch wenn Avi Avital mit dieser Idee der "Reise durch die Stile" nicht der Erste ist (und wohl auch nicht der Letzte sein wird), sind es die Auswahl der Stücke und vor allem seine Interpretation, die das Album zu einem Juwel machen.

Auf Béla Bartóks "Rumänische Volkstänze" (in einem vollen und klangschön erweiternden Arrangement von Arthur Willner) folgt der traditionelle bulgarische Volkstanz "Bucimis". Nach dem Klezmer-Musikstück "Freilach Ron" erklingt das traditionelle walisische Volkslied "Hen Ferchetan".

Ein Kammerensemble steht Avi Avital zur Seite, ebenso wie eine Klezmer-Band mit sorgfältig ausgewählten Musikerinnen und Musikern. Auch Vertreter anderer Genres kommen zu Wort, wie etwa der französische Jazz-Akkordeonist Richard Galliano oder der israelische Klarinettist Giora Feidman.
Avi Avital lässt sein Instrument, die Mandoline, tanzen - egal, ob im Duo mit einer Harfe oder einem Akkordeon. Fast schon nebenbei ermöglicht er eine Achterbahn der Gefühle: Eine Vielzahl an Gefühlslagen wird dabei aufgegriffen, von fröhlich-unbeschwert bis tieftraurig.

Und zu guter Letzt schwebt ein wichtiger Gedanke des Solisten wie ein guter Geist über dem Album: "Das Gefühl, an Orten zu Hause zu sein, die einem fremd erscheinen, und dort womöglich neue Seiten der eigenen Persönlichkeit zu entdecken, finde ich sehr bewegend."

Service

Between Worlds
Avi Avital
Deutsche Grammophon, 2014

Sendereihe

Gestaltung