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Du holde Kunst

Liebesgedichte aus dem arabischen Mittelalter

"Und sie wissen nicht, dass meine Seele über ihnen wacht" - Michael Dangl liest Liebesgedichte von Ibn Arabi. Übersetzung: Stefan Weidner.

Ibn Arabi ist einer der bedeutendsten Schriftsteller des islamischen Mittelalters, vergleichbar nur mit Hafis, Rumi und Omar Khayyam. Geboren 1165 im Murcia des Al-Andalus, durchstreifte er die gesamte arabische Welt, sein Grab befindet sich in Damaskus. Der Gelehrte und Mystiker wird wegen seines großen Einflusses auf die Entwicklung des Sufismus im arabischen Raum auch "Der größte Meister" genannt. Die Gedichte seines poetischen Hauptwerks "Der Übersetzer der Sehnsüchte" überraschen mit ihrer Freizügigkeit; Religion und Eros gehen darin ineinander über und laden einander symbolisch auf, "Bekehrung" und "Hingabe" sind im arabischen Wortlaut eins.

Inspiriert ist die Gedichtsammlung von der jungen persischen Gelehrten Nizam, die Ibn Arabi während seines Aufenthalts in Mekka 1202 kennenlernt. Der ethische Kern seiner Liebesmystik ist die Verinnerlichung der Liebesgefühle, die es ermöglicht, die Erfahrung der Gottessuche zu wiederholen. Gottesliebe ist bei ihm nicht möglich ohne die Erfahrung der irdischen Liebe. Denn ohne sie bleibt die Rede von der Liebe zu Gott eine leere Formel. Alle Erscheinungen im Diesseits sind bei Ibn Arabi Manifestationen Gottes, und die körperliche Liebe gilt als Vorgeschmack auf das Paradies. Schon früh bekämpft, ist Ibn Arabi heute Bezugspunkt für säkulare Dichter wie Adonis.

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Ibn Arabi, Der Übersetzer der Sehnsüchte. Liebesgedichte aus dem arabischen Mittelalter. Aus dem Arabischen von Stefan Weidner. Jung und Jung Verlag, Salzburg 2021

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