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Frauen mit Courage: Role Models im Vormärz (1)

Josefine von Scheidlin

Die erste Direktorin des Theaters in der Josefstadt, die Pionierin des Kunsttanzes, die Managerin von Nestroy: Sie waren populär und prägten das Theater im Vormärz, jene Zeit zwischen dem Wiener Kongress 1814/15 und der Revolution 1848. Welche Rolle spielten sie "hinter den Kulissen"? Diese Pionierinnen teilen die Erfahrung von Sexualisierung innerhalb eines männergeprägten Theater-Systems sowie die Missachtung ihrer Verdienste. Rund 200 Jahre später werden nun sowohl biographische als auch institutionelle Aspekte neu beleuchtet.

Sie zählt zu den großen Unbekannten in der Theatergeschichte des frühen 19. Jahrhunderts. Josefine von Scheidlin (1795-1867) war die einzige Tochter des Direktors und Pächters des Josefstädter Theaters, Karl Friedrich Hensler. Bereits als Kind atmete sie Theaterluft. Die Verlobung im Alter von 18 Jahren mit einem Bankierssohn beendete ihre angehende Karriere als Publikumsliebling. Als der Vater 1825 plötzlich und unerwartet starb, trat sie dessen Nachfolge an: "Schenken Sie auch nur den kleinsten Teil jenes freundlichen Wohlwollens mir, das Sie meinem Vater so reichlich gespendet haben", ließ Josefine von Scheidlin in mehreren Tageszeitungen verlautbaren. Ihr unfreiwilliges Versteckspiel hinter Ausdrücken wie "Karl Friedrich Henslers Erben" und die "Direktion" trüben bis heute das Bild der ersten regulären Direktorin des Theaters in der Josefstadt.

Gestaltung: Julia Danielczyk und Andreas Kloner

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