Elisabeth Schimana

Elisabeth Schimana - REINHARD MAYR

Gedanken

Elisabeth Schimana - Komponistin, Medienkünstlerin, Medienarchäologin

Elisabeth Schimana zählt zu den bedeutendsten österreichischen Komponistinnen im Bereich elektronischer und elektroakustischer Musik. Ihr Werk - darunter auch zahlreiche Radioarbeiten in Kooperation mit dem Ö1 Kunstradio - bewegt sich zwischen Komposition, Performance, Klangkunst, Installation und künstlerischer Forschung.

Geboren 1958 in Innsbruck, lebt und arbeitet die ausgebildete Sängerin heute in Niederösterreich. Sie studierte Komposition, Computermusik, Musikwissenschaft und Völkerkunde. Außerdem widmete sie sich intensiv dem Theremin und dem Max Brand Synthesizer. Seit Jahrzehnten setzt sie sich mit den Beziehungen zwischen Körper, Klang, Technologie und gesellschaftlichen Strukturen auseinander. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch intensive Klangräume, physische Präsenz und experimentelle Formen des Hörens aus. Elisabeth Schimanas Arbeiten wurden international präsentiert und vielfach ausgezeichnet. Neben ihrer eigenen künstlerischen Arbeit initiierte und kuratierte Elisabeth Schimana zahlreiche Projekte und Plattformen zur Sichtbarmachung elektronischer Kunst und weiblicher Mediengeschichte.

Im Jahr 2005 gründete sie das IMA, das Institut für Medienarchäologie. "Das Institut für Medienarchäologie arbeitet an der Bruchstelle von analog und digital und an der Schnittstelle von Forschung und Vermittlung insbesondere in Zusammenhang mit Akustik, Klangmaschinen und digitaler Musik ... Schwerpunkt sind Ausgrabungen von Produktionen von Frauen im Bereich der elektronischen Kunst und deren Sichtbarmachung für eine breitere Öffentlichkeit." (aus dem Konzepttext des IMA) In den vergangenen zwei Jahrzehnten entwickelte sich das IMA von einer experimentellen Initiative zu einer international vernetzten Plattform für künstlerische Forschung, Medienarchäologie, elektroakustische und digitale Kunst. Heute geht es nicht nur um historische Geräte oder Technologien, sondern um die Frage, wie technische Systeme Wahrnehmung, Gesellschaft und Erinnerung beeinflussen. Technologien verschwinden nicht einfach. Sie hinterlassen Spuren, Denkformen, Machtstrukturen und kulturelle Bilder.

Unter dem Titel IMA 20+ fand am 21. und 22. August 2026 in stillgelegte AKW Zwentendorf eine Jubiläumsveranstaltung zum 20 jährigen Bestehens des IMA mit Performances, Klangkunst, Installatione, Science-Fiction-Erzählung, Konzert und medienarchäologische Reflexion statt. Eine Veranstaltung zwischen Gegenwart und Zukunftsvisionen und ihren Brüchen. Für Elisabeth Schimana ist Medienkunst immer auch eng mit gesellschaftlichen Vorgängen verknüpft. Sie betrachtet technologische Entwicklungen nicht isoliert, sondern stets in Zusammenhang mit Machtstrukturen, historischen Narrativen und kulturellen Ausschlüssen. Und natürlich ist ihr wichtig, die Rolle der Frau zu hinterfragen.

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