Radiokolleg

Vinyl in der Nahaufnahne - Ein tiefer Blick in die Rille (3)

Platten Pressen in den 2020ern - vom Massenmarkt zum Einzelstück

Das kleine österreichische Presswerk Austrovinyl ist einer der Orte, wo die mechanische Tonträgerherstellung im digitalen Zeitalter am Leben gehalten wird: Mit langem Vorlauf und zeitraubenden Prozessen, aber eine gewisse Entschleunigung ist für die Betreiber:innen auch Teil des Konzepts Vinyl im 21. Jahrhundert. Die Produktionsbedingungen werden immer schwieriger, die Rohstoffe rarer, die Energie teurer, die Auflagen kleiner. Aber anders als in den meisten Industrien bildet sich auch eine Art Gemeinschaftsgefühl zwischen dem Presswerk und den idealistischen kleinen Plattenlabels, die dort ihre Aufträge abgeben.
Andererseits: Wird die von AustroVinyl bediente Independent-Popkultur jenseits des Mainstreams in Zeiten schrumpfender Stückzahlen zu einer Art Kunsthandwerksbranche? Der Vinylograph der Wiener Künstler:innen Natascha Muhic and Christoph Freidhöfer in Wien geht noch eine Stufe weiter und produziert nach dem alten Lathe Cut-Verfahren Tonträger als spontane Einzelstücke. So wird Vinyl zu einem Format bildender Kunst.

Gestaltung: Robert Rotifer

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