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Begabt, begeistert, behindert? (1)

Verbergen: Politik und die Angst vor Schwäche

Wie viele Menschen mit Behinderung, die in der Öffentlichkeit stehen, fallen Ihnen ein? Dass Astrophysiker Stephen Hawking im Rollstuhl saß und über einen Sprachcomputer kommunizierte, ist vielen bekannt. Bei US-Präsident John F. Kennedy sieht die Sache schon etwas anders aus. Während Kennedy aus wahltaktischen Gründen bestrebt war, seinen Gesundheitszustand geheim zu halten, gelangten andere, wie der Wiener Praterunternehmer und Schausteller Nikolai Kobelkoff durch ihre Behinderung ins Rampenlicht. Und in der Gegenwart?

Eine blinde Sängerin veröffentlicht ihr Debütalbum, eine Eventplanerin mit Sehbehinderung führt ihre eigene Firma, eine Ingenieurin im Rollstuhl fliegt in den Weltraum. Der Podcast erzählt in vier Teilen von Menschen aus Geschichte und Gegenwart, die mit Behinderung und chronischer Erkrankung erfolgreich waren - und sind.

Superman hatte in den frühen 1960er-Jahren ein Problem: Er sollte in einer Fernsehshow geehrt werden - und dabei gleichzeitig mit Clark Kent auftreten. Ohne die Geheimidentität preiszugeben - ein Ding der Unmöglichkeit. Die Lösung in Heft 309 von "Action Comics": US-Präsident John F. Kennedy schlüpft in Clark Kents Anzug. Superman hat dabei keinerlei Bedenken: "If I can't trust the President of the United States, who can I trust?" Auch der reale Kennedy hatte etwas zu verbergen: Morbus Addison, eine schwere Erkrankung der Nebennieren, dazu chronische Rückenschmerzen und einen beachtlichen Medikamentencocktail. Im Wahlkampf 1960 ließ er die Gerüchte darüber schlicht dementieren.

In der österreichischen Innenpolitik war Krankheit ebenfalls lange ein Tabu. Bundeskanzler Bruno Kreisky war in seinen letzten Amtsjahren Dialysepatient, öffentlich sprach er darüber nicht. Bei Außenminister Alois Mock waren die Symptome seiner Parkinson-Erkrankung ab Mitte der 1980er-Jahre sichtbar, benannt wurden sie nicht. In der Gegenwart machte Finanzminister Markus Marterbauer seine Krebsdiagnose 2026 selbst öffentlich - und bat um eine "offene, aber faire und respektvolle" Kommunikation.

Wie viel Schwäche lässt Spitzenpolitik zu? Wann ist es überhaupt noch möglich eine gesundheitliche Einschränkung für sich zu behalten - und wann sinnvoll? Wo endet die Privatsache, und wo beginnt das Recht der Öffentlichkeit auf Information?

Gestaltung: Christoph Dirnbacher, Sandra Knopp, Paula Mangold, Lara Egger, Elisa Mattersberger

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