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Radiokolleg
Lexikon der österreichischen Popmusik
Hansi Dujmic - Der Unvollendete
30. November 2026, 09:45
Im Januar 2017 hat das Radiokolleg eine Langzeit-Serie zur Geschichte der österreichischen Popmusik gestartet. Von Ambros über Soap& Skin und Yasmo bis Zawinul wird das Leben und Werk einzelner Musiker/innen und Bands dokumentiert, ihre Bedeutung für die österreichische Musiklandschaft reflektiert und ihr Beitrag zu einer kritischen Gegenkultur gewürdigt.
Die Single "Don't Say No" kletterte 1988 auf Platz Eins der heimischen Charts und bedeutete für Hansi Dujmic den langersehnten Erfolg. Der war zu diesem Zeitpunkt allerdings schon tot - als ein "typisch österreichisches Schicksal" beschreibt Joesi Prokopetz Karriere und Leben seines früheren Kollegen.
Auf Musikstreamingdiensten und dem CD-Markt sind postum erschienene "Best-of"-Compilations zu finden, allerdings nicht die Alben, die zu Lebzeiten veröffentlicht wurden. Entgegen seinem Talent bleibt Hansi Dujmic heute weniger greifbar als Zeitgenossen wie Wolfgang Ambros, Falco und Co.
Die Karriere des begabten Gitarristen begann mit 17 Jahren im ORF-Jugendmagazin "Ohne Maulkorb", einen darauffolgenden Plattenvertrag in München lehnte er wegen dem dafür notwendigen Umzug ab. Neben Engagements bei André Heller und Peter Cornelius feierte Dujmic mit seiner Band "Chaos de Luxe" große Erfolge in den Wiener Szenelokalen, ihre LP "Coloured" (1983) ist hochgelobt - war aber ein kommerzieller Misserfolg. Das Multitalent imponierte auf den Musical- und Operettenbühnen sowie in Theater und Fernsehen, privat litt er aber unter psychischen Problemen und Erfolgsdruck. Zwischen 1984 und 1988 wurden drei Studioalben veröffentlicht. Die Musik ist hörbar von seinem Unterstützer und mit-Produzenten Wolfgang Ambros beeinflusst. Dujmic mischt seine musikalische Heimat - den Gitarrenrock mit typischem 80er-Jahre-Austropop und Stil-Anleihen aus dem englischsprachigen Raum. Mit der ausgekoppelten Single "Ausgeliefert" landete Dujmic 1986 den ersten Hit. Sein letztes Album "Heartbreak Avenue" (1988) erschien auf Englisch unter dem Alias "Dew Mitch". Kurz darauf starb er an einer Überdosis Heroin. Es bleibt die Erinnerung an ein unvollendetes Talent und ein unvergessenes musikalisches Vermächtnis.
Gestaltung: Johannes Hartinger
