Radiogeschichten
Eine Familie und ihre DDR-Vergangenheit
"Lori". Von Anousch Mueller. Es liest Irina Wanka.
30. November 2026, 11:05
Über Helenas Familie liegt ein lastendes Geheimnis. Sequenzen-haft kann sie sich an eine ältere Schwester erinnern, damals in der DDR der frühen 1980er-Jahre, als ihr Vater im Café "Kosmos" mit ihrer Mutter tanzte, umgeben von der futuristischen Stadtpromenade von Cottbus, die er mitgeplant hatte. Niemand spricht jemals über Lori. Im Jahr 2000 wird Helena, inzwischen Studentin, von Freund Lutz, der mit ihr in Berlin zusammenwohnt, zu einem Ausflug ins völlig veränderte Cottbus überredet.
Anousch Mueller, 1979 in Erfurt geboren, arbeitete als Journalistin bevor 2013 ihr Debütroman "Brandstatt" erschien, der mit dem Literaturpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung für das beste deutschsprachige Debüt des Jahres ausgezeichnet wurde. Mit einem Auszug daraus trat sie auch zum Bachmann-Preis-Wettlesen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt im gleichen Jahr an. "Lori" ist ihr zweiter Roman.
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Anousch Mueller, Lori. Roman. C.H. Beck Verlag, München, 2026
