Demonstranten mit Plakaten, auf denen Patrice Lumumba zu sehen ist - 1961

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Der Fall Patrice Lumumba

Belgische Kolonialherrschaft vor Gericht

Der erste Premierminister der heutigen Demokratischen Republik Kongo Patrice Lumumba wurde im Jänner 1961 ermordet. Lumumba, ein entschiedener Kämpfer für die Unabhängigkeit des Landes, war nur wenige Monate nach dem Ende der belgischen Kolonialherrschaft im Amt gewesen. Er trat für einen demokratischen Staat ein und verfolgte die wirtschaftliche Souveränität des rohstoffreichen Landes. Die Kolonialmacht dachte allerdings nicht daran, nach der politischen Unterdrückung auch die Plünderung der enormen Ressourcen dieses Landes aufzugeben. An der Ermordung des erst 35-jährigen Premierministers durch kongolesische Separatisten waren westliche Staaten, die USA und Belgien, beteiligt. Jahrzehntelang wurde niemand zur Rechenschaft gezogen. Erst im Jahr 2026 sollte gegen einen ehemaligen belgischen Diplomaten Anklage erhoben werden. Er starb noch vor Eröffnung des Prozesses. Letztstand: Die Familie von Patrice Lumumba bereitet eine Zivilklage gegen den Staat Belgien vor.

Von Rosemarie Burgstaller

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