Zeit-Ton

Die Magie einer Akkordbeziehung

Diese Akkordfolge verbindet Schubert, Messiaen, Haas und die Pet Shop Boys: Mediantik in Neuer(er) Musik

Ein Akkord kann schön sein. Aber erst durch zwei Akkorde entsteht Beziehung. Eine bestimmte solche Beziehung heißt Mediantik: Quer durch die Jahrhunderte haben Komponist:innen sich dieser Klangverbindung bedient. Schuberts Musik ist ohne Mediantik ebenso undenkbar wie ein Teil der Filmmusik: Gibt es Mystery ohne Moll-Medianten? Und wer schon einmal zu Depeche Modes "Enjoy the silence" oder zu "It's a sin" von den Pet Shop Boys getanzt hat, hat - wissentlich oder unwissentlich - die Füße zu einer mediantischen Akkordverbindung bewegt.

Aber auch Komponist:innen der Neuen Musik bedienen sich dieser faszinierenden Klangwirkung: Olivier Messiaen in seiner monumentalen Oper Saint François d'Assise ebenso wie Georg Friedrich Haas in seinem 2. Streichquartett.

Thomas Wally, neben seiner Tätigkeit als freischaffender Komponist und Violinist auch an der Wiener Musikuniversität als Senior Lecturer in musiktheoretischen Fächern aktiv, untersucht diesmal im Gespräch mit Rainer Elstner kein bestimmtes Werk, sondern spürt einem bestimmten Phänomen nach, das sich in einer Unzahl von Werken nachweisen lässt. Die Hörer:innen werden unter dem Stichwort der "Mediantik" auf eine faszinierende Reise durch die Musikstile eingeladen: eingeladen, Musik mit einem geschärften Fokus wahrzunehmen.

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