Menschenbilder

Hopkinson Smith zum 80. Geburtstag

"Die Laute ist im Zentrum meines Lebens." Der Musiker Hopkinson Smith

Hopkinson Smith, geboren am 7. Dezember 1946 in New York City, zählt zu den bedeutendsten Lautenisten des 20. Jahrhunderts. An der Universität Harvard kam er zum ersten Mal mit der Laute in Berührung. Das historische Zupfinstrument war damals etwas Exotisches, erinnert er sich, die Laute erlangte erst mit der Wiederentdeckung der sogenannten Alten Musik eine neue Bedeutung - zu der Hopkinson Smith vieles beigetragen hat. Mit dem Gambisten Jordi Savall und der Sängerin Montserrat Figueras gründet er 1974 eines der bahnbrechenden Originalklang-Ensembles; einige heute tonangebende Lautenist:innen haben bei ihm studiert.

Aufgewachsen ist der Musiker in einem sehr europäischen Quartier seiner Heimatstadt: "Da war eine ungarische Bäckerei, eine polnische Reiseagentur, eine rumänische Wäscherei." Ein schlampiger Schüler sei er gewesen, man schickte ihn mit 12 Jahren auf ein Internat, dort war er der einzige in der Klasse, der Musikunterricht wählte. Seine Eltern unterstützten ihn in vielen Entscheidungen, doch als er mit 22 Jahren seine erste Laute kaufte und dafür 800 Dollar bezahlte, sagte die Mutter: "Denk daran, wie viele warme Wintermäntel du für dieses Geld bekommen würdest!"

Vor bald 50 Jahren kam Hopkinson Smith an die auf Alte Musik spezialisierte Musikhochschule "Schola Cantorum Basiliensis" in Basel. Er wollte nur ein Jahr bleiben und lebt bis heute hier, ist Lehrer an der "Schola" und Schweizer Bürger; im Alter von 60 Jahren lernte er Deutsch. In seinem, wie er sagt, "fantastischen" Arbeitszimmer ist Hopkinson Smith von Regalen mit Literatur und Noten umgeben, und von vielen historischen Instrumenten, die an den Wänden hängen: "Das ist für mich wie eine Umarmung!"

Zum 80. Geburtstag von Hopkinson Smith wiederholen die "Menschenbilder" ein Porträt aus dem Frühjahr 2021 - ein Besuch bei dem Doyen seines Instruments in Basel.

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