Uli Brée

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Gedanken

Uli Brée, Drehbuchautor und Regisseur

Bruchlinien und Abgründe: Im Mittelpunkt der Filme und Fernsehserien von Uli Brée stehen stets die Beziehungen und das Befinden seiner Geschöpfe.

Ob "Vorstadtweiber", "Biester" oder "Vier Frauen und ein Todesfall", die Handlungen seiner Serien-Hits dienen Uli Brée stets als Transportmittel für die Gemütsverfassungen der von ihm erschaffenen Charaktere. In seinen Stoffen, die auf dem variantenreich Feld zwischen schwarzer Komödie, pointiertem Krimi und brisantem Gesellschaftsdrama spielen, gibt es nur selten kratzerfreie Heldinnen oder Helden, sondern Menschen mit Makeln und Mängeln, mit Leichen im Keller oder leichten Dachschäden im Oberstübchen. So verbindet er Humor mit Tragik, Alltag mit Abgrund und entwirft Geschichten, die oft gleichermaßen unterhalten, verstören und berühren. Inzwischen kann Uli Brée auf sage und schreibe weit über 200 realisierte Film und Fernsehstoffe zurückblicken.

In den Gedanken des aus dem deutschen Dinslaken stammenden, lange in Wien wohnhaft gewesenen und inzwischen im Tiroler Mieming beheimateten Autor, Schauspieler und Regisseur geht es folgerichtig um zutiefst menschliche Themen, wie Kränkung, Gelassenheit, Scheitern und den Sinn des Lebens. Aktuell arbeitet er nämlich an einer neuen TV-Serie, die sich mit der Frage beschäftigt, was wir tun würden, wenn wir nur noch einen Sommer zur Verfügung hätten. "Der Sinn des Lebens ist nicht Glück", lautet die Erkenntnis einer der Hauptfiguren, "Glück ist zu unzuverlässig: kommt spät, geht früh, vergisst oft die Schuhe im Wohnzimmer oder meldet sich drei Wochen nicht. Der Sinn des Lebens ist es, in Beziehung zu bleiben." Für Uli Brée selbst gehört zweifellos auch noch mindestens ein Motorrad dazu.

Seine Karriere begann aber schon lange bevor er ab der Jahrtausendwende zu einem der gefragtesten und erfolgreichsten Serien- und Filmautoren im deutschsprachigen Raum wurde und für Adele?Neuhauser nicht nur die "Tatort"-Kultfigur der Bibi?Fellner sondern auch maßgeschneiderte Filme wie "Faltenfrei" (2021), "Ungeschminkt" (2024) und zuletzt "Makellos" (2026) entwickelte. Bereits ab Mitte der 80er-Jahre war er in der Wiener Kabarett- und Kleinkunstszene als Autor, Regisseur und Schauspieler tätig, oft im Verbund mit seinen Weggefährten Rupert Henning, Klaus Pieber oder Charly Rabanser.

In seinem für das von ihm mitgegründete Ensemble "Statt-Theater" verfassten Kultstück "Männerschmerzen" stand er selbst jahrelang als esoterischer Yuppie mit auf der Bühne. Er schrieb und inszenierte Kabarettprogramme für Andrea Händler, Reinhard Nowak und das legendäre Trio "Die Menubeln" und war Co-Autor der wegweisenden TV-Comedy-Serie "Die kranken Schwestern", von Beziehungs-Tragikomödien (u.a. "Amaretto", "Odessa"), spektakulären Klassiker-Adaptionen (u.a. "Götterschmerzen", "Don Quijote") und dem satirische Monodram "Der Herr Franz". Um nur einige seiner zahllosen Bühnenwerke zu nennen. Ein einziges Soloprogramm schrieb er 2001 für sich selbst: "Herz" war ein literarisch-schräges Kabarett-Kunststück zwischen Roadmovie und Solo-Performance, in dem er u.a. die Billerbeck-Fee verkörperte und Kondome ins Publikum warf.

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