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Dimensionen - die Welt der Wissenschaft

Freitag
23. Oktober 2015
19:05

1. Holocaust: Beispiellos, aber nicht unvergleichlich
2. Die Opfer des Nationalsozialismus im und aus dem Gailtal
3. Raumsonde in der Waschstraße
4. Empirische Ästhetik

Redaktion und Moderation: Franz Tomandl

1. Holocaust: Beispiellos, aber nicht unvergleichlich

Timothy Snyder ist einer der bekanntesten Zeithistoriker der Gegenwart. Vor fünf Jahren hat der Amerikaner mit seinem Buch "Bloodlands" die Landschaft Osteuropas während des Zweiten Weltkriegs blutig-detailgenau beschrieben. Ein Gebiet, in dem es sowohl von Seiten Nazi-Deutschlands als auch der Sowjetunion zu Gräueltaten gekommen ist. Nun hat Snyder nachgelegt. In seinem neuen Buch "Black Earth" versucht er zu erklären, wie es zum Holocaust gekommen ist. Der grassierende Antisemitismus allein hat dazu nicht ausgereicht, meint der Professor der Yale University. Die Zerschlagung staatlicher Strukturen in Osteuropa sei ebenso wichtig gewesen und habe dem Judenhass erst Handlungen folgen lassen. Vorgestern war Snyder auf Einladung des Instituts für die Wissenschaften vom Menschen in Wien und hat im Wien Museum sein neues Buch vorgestellt. Mit Timothy Snyder, Historiker, Yale University, New Haven. Autor: Lukas Wieselberg.

Buchtipp:
Timothy Snyder: Black Earth: Der Holocaust und warum er sich wiederholen kann. C.H.Beck Verlag

2. Ausgelöschte Namen: Die NS-Zeit in ländlichen Regionen in Österreich am Beispiel des Gailtals

Vor mittlerweile 77 Jahren - im März 1938 - wurden der Einmarsch von Hitlers Wehrmacht und die Machtübernahme der Nationalsozialisten nicht nur am Wiener Heldenplatz gefeiert, sondern auch in entlegenen Tälern und Regionen Österreichs. Bis heute ist die NS-Zeit in der österreichischen Peripherie wissenschaftlich jedoch kaum aufgearbeitet - das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes will künftig beispielhafte Projekte vor den Vorhang holen, die sich mit dem Nationalsozialismus am Land auseinandersetzen. Den Auftakt machte Mittwoch Abend die Präsentation eines Sammelbandes über die Opfer des Nationalsozialismus im Kärntner Gailtal. Mit Bernhard Gitschtaler, Politologe und Wolfgang Haider, Politologe. Autorin: Tanja Malle.

Buchtipp
Bernhard Gitschtaler (Hrsg): Ausgelöschte Namen - Die Opfer des Nationalsozialismus im und aus dem Gailtal, Otto Müller Verlag.

3. Raumsonde in der Waschstraße: Cassini geht in Tiefflug über den Südpol des Saturn-Mondes Enceladus

Dass die Erde der einzige Himmelskörper in unserem Sonnensystem ist, auf dem es Leben gibt, das dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal hat der "blaue Planet" jedoch verloren: Er ist nicht länger das einzige Objekt, auf dem es flüssiges Wasser gibt. Zwar kann keiner unserer Nachbarnplaneten damit dienen, wohl aber ein Mond, und zwar Enceladus, einer der 62 Monde des Ringplaneten Saturn. Unter seiner Oberfläche haben Wissenschaftler den ersten außer-irdischen Ozean unseres Sonnensystems nachgewiesen. Er dürfte auch die Quelle für die beobachteten Wasserfontänen am Südpol des Mondes sein. Um dies zu klären, soll die amerikanische Raumsonde Cassini in der kommenden Woche (28.10.15) erstmals durch diese Wasserfontänen hindurch fliegen. Mit Matthew Tiscareno, Senior Research Scientist SETI Institute, Mountain View, Kalifornien; Carolyn Porco, Planetologin, Chef-Wissenschaftlerin Cassini Imaging Team, University of Colorado at Boulder. Autor: Guido Meyer.

4. Empirische Ästhetik: Wie man dem Sinn für das Schöne auf die Schliche kommen will

Warum findet man etwas schön? Seit Platon haben sich Philosophen darüber den Kopf zerbrochen. In Frankfurt am Main wurde am 13.10.2015 ein neues Max-Planck-Institut für Empirische Ästhetik eröffnet, das mit Hilfe der Hirnforschung heraus bekommen möchte, was im Menschen geschieht, wenn ihm Musik oder Literatur gefallen, oder eben auch nicht. Mit Pauline Larrouy-Maestri ; Melanie Wald-Fuhrmann, MPI für Empirische Ästhetik, Direktorin die Abteilung Musik. Autor: Cajo Kutzbach.

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