Wohnen
Brunnen, Waschschüssel und Nachttopf
Von: Johanna Pindur, Jahrgang 1939 | 8. November 2025, 19:45
Waschmöglichkeiten, WC, ...
In der Nachkriegszeit lebte ich - Jahrgang 1939 - mit meiner Mutter und mit meinem kleinen Bruder auf einem Gutshof bei Freinberg/Schärding. Es war ein großer Hof mit einem Hühnerzuchtbetrieb.
In der Großküche gab es schon Wasseranschluß, in den Zimmern eine große Waschschüssel mit Krug und Nachttopf. Einmal in der Woche war nicht nur in den Zimmern Großreinigung, auch wir Kinder kamen an die Reihe. Neben dem Riesenherd wurde eine flache Zinkwanne aufgestellt, wir mußten uns hineinstellen und wurden mit einem Waschlappen von oben bis unten gewaschen. Es war nicht sehr angenehm. Mein Bruder protestierte heftig und weinte „ich bin froh, wenn ich groß bin, dann muß ich mich nicht mehr waschen – so wie der Onkel Hans“.
Schnelle Wäsche wurde damals mit kaltem Wasser beim Brunnentrog erledigt. Ansonsten im Zimmer mit warmen Wasser, das in der Küche vom seitlich eingebauten Wasserbecken geholt wurde.
Ich kann mich eigentlich nicht erinnern, daß einer von den vielen Menschen am Hof unangenehm gerochen hätte...
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