Das Meer des hoffnungsvollen Traumes

Von: Johannes Hechenbichler | 30. Dezember 2025, 06:51

„Das Meer des hoffnungsvollen Traumes “, eine Gedankenreise von Johannes Hechenbichler.

Der Träumer: Seit den 1970iger Jahren besteht ein Konsens der Wissenschaft, wie man die Welt gestalten könnte, dass jeder genug hätte.

Der Pessimist: Die Satire braucht schuldige Opfer und unschuldige Täter, denn nur so lässt sich der Wahnsinn der Welt beschreiben. Er beginnt im eigenen Kopf und endet in der Unfähigkeit der Gesellschaft oder eines anderen Schuldigen, Hauptsache nicht bei einem selbst. Dieser Täter wird im Kino immer untergehen, doch in der Realität siegt er unaufhörlich.
Die Reichsten verstecken sich, ihr Geld und ihre Macht vor der Welt. Gesetze sind nur mehr Texte und Gerichte nur mehr Gebäude. Das Individuum in einer dritten Welt ist nicht gleich vor dem Gesetz. Kein Schutz besteht mehr, Mitmachen, Zahlen und Schweigen oder Kämpfen und Untergehen, wie in einem schlechten Mafiafilm. Schließ die Augen! Ist der Medienkonsum eine Vorstufe zu einer Gefangenschaft? Stelle Dich schon einmal darauf ein, dass der USB 10.0 Anschluss direkt mit dem Rückenmark verbunden werden könnte. Alles nur ein Rausch und Lärm, alles ist Droge. Das Werbewunder Radio bringt Dir die Welt näher.
Der Optimist: Doch die modernen Medien haben es doch ermöglicht, dass man sich über alles unabhängig informieren kann. Wir sind doch die besseren Menschen hier in Europa, da wir demokratische Werte und Minderheiten schützen. Frag doch die Suchmaschine und Du wirst nur Fortschritt finden. Künstliche Intelligenz hat immer eine Antwort.
Der Pessimist: Und trotzdem kommt es zu einer Steigerung der Wählerzahlen aus dem unerwünschten Lager, so eine gesunde Diktatur hätte doch was für sich. Hätte man einen Kurz länger gelassen, wer weiß wie weit er es gebracht hätte. Sind die gefährlichen Menschen nicht die, die nicht zu kritisieren sind. Künstliche Intelligenz ist nichts mehr als eine Aneinanderreihung von Nullen und Einsen, am Ende gibt es nur zwei Antworten und da wird kein Platz mehr für menschliche Fantasie sein. Wir werden somit auf Null gesetzt.
Der Optimist: Wer Macht hat schreibt Geschichte, wer Fantasie hat, schreibt Geschichte neu. Ich bin und bleibe Optimist, weil der Pessimismus viel stärker ist. Nennt man z. B. eine Person einen Trottel, braucht es ein Vielfaches an Nennungen des positiven Gegenteiles, um diese Beleidigung auszugleichen.
Szenenwechsel, Mittelmeer, ein afrikanischer Kriegsflüchtling:
(Schreiend) Mama, ich kann nicht mehr schwimmen, meine Arme und Beine sind zu müde. Meine Psyche hat sich hinter einem Vorhang von Schrecken verbarrikadiert, es geht um das nackte Überleben, ich kann nicht mehr, Entschuldigung, dass ich Dir nicht helfen kann.
(GlugglugGlug) Der Sohn geht unter und wird Fischfutter.
Szenenwechsel, eine Aufsichtsratssitzung, ein Rat:
Sie wissen doch, Krisen und Kriege sind gut in Zeiten von Kapitalismus, sie schaffen Bedürfnisse und diese Bedürfnisse sind Chancen für uns Märkte und die dazugehörigen Produkte an den Mann zu bringen. Auch kann man sagen, dass ein paar Ertrunkene im Mittelmeer die Medienlandschaft bindet und sie von unseren Emissionen ablenkt. Obwohl genau diese für diese Ertrunkenen verantwortlich sind.

Szenenwechsel, Nato-Hauptquartier, ein General:
Neutralität ist eine Erfindung der Russen, Österreich muss sich entscheiden. Alles, was russisch ist, ist bedrohlich. Neutrale Staaten kann man nicht kontrollieren, dass passt uns nicht ins Konzept. Österreich folge wieder Deutschland.

Szenenwechsel, ein Neffe eines Tiroler Weltkriegsveteranen, der an der Ostfront kämpfte:
Seit dem der Opa und seine Kriegskameraden gestorben sind, fangen die Politiker wieder über Krieg zum Reden an. Der Opa würde sich im Grabe umdrehen, wenn er das wüsste. Er selbst hatte Alpträume und Kriegszittern bis zu seinem Tode. Wenn Krieg ist, geh nicht hin, man wird von hinten von den eigenen Leuten und von vorne vom Feind erschossen oder Schlimmeres.
Epilog: Die Abgabe des eigenen Leistungs- und Besitzanspruches ist vielleicht der Beginn von Frieden auf der Welt. „Macht ist gut, solange sie wieder abgeben wird“, meinte ein Philosoph in einer Ö1 Sendung vom Sommer. Alles, was Fantasie fördert, ist gut und die Augen zu schließen und zu träumen ein Anfang von einer gerechteren Welt, diese darf zuerst geträumt werden, bevor sie Wirklichkeit wird, ohne Fantasie würden die Schrecken der Welt auch nicht als Mahnung weiterleben. Wir brauchen sie, um Brücken zu bauen.

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