Als der Tag der Nacht die Sterne stahl

Von: Paul Meierhofer | 9. Jänner 2026, 00:16

Geschrieben und vertont von Paul Meierhofer.
Passend zur Wintersonnwende geschrieben. Tag und Nacht streiten sich jedes Jahr. Diese mal hat der Tag der Nacht die Sterne gestohlen.


Nacht:

So war das nicht ausgemacht
So war das nicht ausgemacht
So war das nicht ausgemacht.

Ich unterstelle dir, dass du das mit Absicht gemacht hast, nur um mich zu ärgern.
Du hattest von Anfang an, dass Bedürfnis mich klein zuhalten.
Ich beobachte dich regelmäßig im Morgenrauen, wenn du über den Horizon spähst und ich in deinem breiten falschen Grinsen erkenne, dass du dich mir überlegen fühlst!
Dieses Spiel spielen wir nun seit Anbeginn und gewonnen hat bis jetzt noch niemand!
Mal bist du stärker, mal bin ich es. Aber dieses Mal, dieses Mal, hast du deutlich übertrieben!
Wie konntest du nur. Wie kannst du es nur wagen, mich so vor all den Zuschauern so zu demütigen. So war das nicht ausgemacht!
Von Anbeginn, hattest du alle an deiner Seite. Die Tiere, die Pflanzen, sogar die undankbaren Menschen, trachten an deiner Seite zu stehen. Und ich,… ich musste mich seit eh und je mit den wenigen Kreaturen zufrieden geben, die wie ich die Helligkeit nicht in den Augen vertragen.
Was machte das aus mir? Seht mich an, fürchtet euch, ich bin die Dunkelheit!

Tag:

Warum störst du mich, Bruder. Ich raste.
Ich habe dir nichts genommen, was ausschließlich für deinen Part bestimmt war.
Die Sterne gibt es schon länger, als uns zwei. Hast du das vergessen?
Ich wollte dir lediglich das Licht abnehmen, dass wie du sagtest, nicht in deinen Augen verträgst.
Hab ich dich damit beleidigt? ,…. das tut mir leid.
Aber nein, warte. Eigentlich tut es mir nicht leid, dass du scheinbar anfängst dich um deine Angelegenheiten zu kümmern. Sonnst wär dir ja nicht aufgefallen, das dir etwas fehlt! Denkst du nicht?

Nacht:

Es geht hier nicht einfach um irgendwas! Und wieder erkenne ich deine Überheblichkeit in deiner Stimme.
Die Sterne geben den Kreaturen der Nacht die Sicht um zu jagen! Sie weisen den Menschen den Weg, wenn sie navigieren. Ja sie beten sie sogar an, weil sie Zeichen darin entdecken.

Tag:

Also arbeiten die Sterne für deine Kreaturen,… und was leistest du dabei?
Du hüllst sie doch nur in Dunkelheit.

Nacht:

Und du blendest sie aus! Gib sie mir wieder! Die Sterne sind Teil der Nacht!

Tag:

Ich geben sie dir wieder,… Aber nur unter einer Bedingung!
Wir teilen uns Die Arbeit besser auf. Ich bin es leid am Tag Spuren der Dunkelheit zu sehen. Grausamkeiten, die sich besser in deiner Nachtschwärze verkriechen und verirren sollten.
Ich hätte auch ein paar Kreaturen, die wohl besser in der Nacht, als am Tag ihr Wesen treiben sollten.





Nacht:

Gut. Dann habe ich ebenfalls etwas zu tauschen!

Tag:

Und das wäre?

Nacht:

Ich möchte, dass du alle Rabentiere nimmst. Die Elster, die Krähen und natürlich den Rabenvater selbst. Ich weiß, sie sind schwarz und unheimlich. Aber auch der Tag soll seine Schatten haben.
Außerdem möchte ich, dass sie dir ab und an, über die Schulter schauen, um mir später zu berichten.

Tag:
Abgemacht! Ich hätte da die Wölfe und Bären? Wäre es denn nicht fair, wenn wir die uns teilen?

Nacht:
Im Morgengrauen und in der Dämmerung. Mehr kann ich nicht tun,…

Tag:
Damit kann ich leben. Was,.. Was ist den mit dem Mond?

Nacht:
Was soll mit ihm sein.

Tag:
Ich möchte ihn haben!

Nacht:
Vergiss es!

Tag:
Doch nur zum Teil!

Nacht:
Nicht einmal, wenn die Sonne mich sonnst küssen würde!

Tag:
Na gut. Dann nimmst du die Menschen?

Nacht:
Alle?

Tag:
Ja, warum nicht?

Nacht:
Keiner will dieses Pack!


Tag:
Sie sind sonderbar, ich gebe dir recht!

Nacht:
Sie sind dunkler als ich es zwischen den Arschbacken bin!


Tag:
Dann verhandle!

Nacht:
Mhrr… ich nehme ein paar. Und du sollst den Mond zeitweise haben. Und jetzt gib mir meine Sterne zurück!

Tag:
Gut! Aber wir werden wieder verhandlen müssen!

Nacht:
Aber nicht über die Menschen! Sie sind garstig und halten sich nicht an die Regeln! Außerdem sind sie gierig, haben keinen Respekt. Zerstören den Erdboden auf dem sie stehen ,…
Ich war es immer leid sie zu sehen. Ich nehme das Häufchen und mache sie zu Kreaturen der Nacht.

Tag:
Gut so sei es.

Nacht:
So sei es.

Tag:
Nun, du bist vorüber, Nacht. Schließ die Augen, es werde Licht!

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Schließ die Augen