Besatzungsmächte , Frauen, Mütter, Kinder
Stunden der Angst
Von: Birgit Müller | 10. April 2026, 13:21
Meine Mutter Barbara Müller erzählt von der Zeit in ihrem Heimatdorf Ranzengrün (ehemals Kreis Karlsbad, später Kreis Kaaden/Sudetenland) gegen Ende des Zweiten Weltkrieges:
Die Russen haben immer die Frauen vergewaltigt - ich weiß noch, einmal sind die Russen vorne zur Tür rein und ich bin hinten zum Fenster rausgesprungen… das sehe ich noch direkt, dass ich zum Fenster rausgesprungen bin, da war ich vielleicht 12 Jahre alt. Ich bin ins Freie gerannt, sie haben mich noch gesehen, und haben weitergesucht – doch dann haben sie die Verfolgung aufgegeben.
Das war eine blöde Zeit! Die Russen haben auf den Bauernhöfen immer etwas zum Essen gesucht. Nachts haben wir bei unserem Nachbarn auf dem Heuboden geschlafen, um uns vor den Russen zu verstecken. Bei seiner Scheune ging keine Treppe hinauf und wir haben, nachdem wir oben lagen, die Leiter mit hochgezogen, so dass niemand zu uns hinaufkommen konnte. Dann waren die Betten in den Zimmern alle leer und das ist natürlich aufgefallen. Mutter und Vater waren allein im Haus und die Russen haben uns überall gesucht und immer wieder geschrien: „Wo ist Matka“? (Wo ist das Mädchen?) Dann haben sie die Schränke vorgezerrt, um zu schauen, ob wir uns dahinter versteckt haben. Sie sind immer unangemeldet gekommen, meistens nachts.
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