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Ein Neubeginn

Von: Dr. Silvia Zenta | 27. März 2025, 19:38

Familienzusammenführung

Meine Eltern hatten 1941 geheiratet, meine Mutter lebte während des Krieges in Wien. Nach Kriegsende hatte sie die Gelegenheit, zu meinem Vater nach Knittelfeld zu kommen, wo er nach seiner Heimkehr aus dem Krieg in der englischen Besatzungszone Arbeit gefunden hatte.
Im Oktober 1945 erhielt sie ihren Identitätsausweis, waren doch verschiedene Besatzungszonen zu überschreiten. Sie erinnert sich. " Nach einer Zugfahrt von über 24 Stunden im Güterwaggon, auf Eisenstangen sitzend, erreichten wir Knittelfeld. Mehrmals blieb der Zug stehen, dann wieder wurde der Waggon abgekoppelt und auf einem Nebengeleis abgestellt." Die Kontrolle durch russische Soldaten überstand meine Mutter unbeschadet, eingehüllt in einen unförmigen, pelzgefütterten Herrenmantel und in Begleitung ihres Ehemannes.
(Dieser Mantel -"Stadtpelz" genannt- diente nicht nur meiner Mutter zur Bequemlichkeit, sondern sie transportierte das gute Stück von Wien nach Knittelfeld, wo es seinem Besitzer übergeben wurde.)
Um Mitternacht stiegen meine Eltern aus dem Zug und kamen in der zum Großteil zerbombten Stadt an, in der sie endlich ein gemeisames Leben beginnen konnten.

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