Wind von Achtern
Von: Filipando | 17. November 2025, 00:28
Eduardo ist Segelweber und macht seine Arbeit richtig und clever
Er fertigt neue und repariert alte, die feinsten Muster sind von ihm gestaltet
Jede Öse sitzt an Ort und Stelle, am Abend erfrischt er dann die Kehle
Als ein Donner in der Ferne schallt und eine Kanonenkugel in die Mauer knallt
Sie kommen und erbeuten frei unter Kampfgebrüll und Kindergeschrei
Es ist sie, die Piraterie
Er betet zum Engel der über ihm wacht, er zieht den Säbel und in die Schlacht
Doch es endet früher als ihm lieb, von hinten mit einem harten Hieb
der sagt Schliess die Augen, geht zu Boden, während sie weiter über ihn hinweg toben.
Als er wieder auferwacht ist das Dorf erobert, nun kommt ein Rotbart an und fordert
Hört her, schickt sofort den Segelweber!
Eduardos alter Meister erschrickt zu Stein, der Rote grinst und lässt seine Peitsche schreien
Eduardo fängt sie kurzerhand ein und stellt sich auf die Bein
Hier bin ich, lass die anderen frei, und fängt sich dabei die Narbe selbst ein
Er wird verschleppt unter tosendem Geschrei verschwinden sie im Nebel
All das für ein neues Segel
Aus Stroh ist das Bett in dem ihn die Ratte weckt, geh weck du Albtraum
Doch es folgt kein Erwachen, es ist wahr, das pure Grauen
Sein Kopf brummt, Geht es dir gut? Wer da? Frägt er in den Schatten
Ein Gesicht tritt ins Licht eines durchschossenen Balkens
Blutjung und lockiges Haar
Feuerrote Lippen und in den Augen den Ozean
Sie tritt an ihn heran, sieht sich seine klaffende Wunde an
Reist vom Leib ein Stück Gewand und verbindet den ihr fremden Mann
Unter lautem Gelächter wird die Türe aufgeschlagen
Und er nach oben gezerrt ohne zu fragen
Wird er auf den Boden geschmissen und von Stiefel umzingelt
Mit lauterwerdendem Klopfen tritt heran ein Holzbein
Du sollst der Segelmacher sein? Na fein, bringt Nadel und Garn und du sei gewarnt
Mach dein Werk mit Verstand, oder das war’s mit deiner Hand
Mit dem Säbel an der Kehle wird er raufgescheucht zum Segel
Loch um Loch wird von ihm geflickt, reinen Gewissens, schön und säuberlich
Tag um Tag vergeht ehe eine Brise auf weht
sie wird zu Regen, Gewitter, schließlich zum bitteren Sturm
der durchsegelt wird hart am Wind, welch schauderhaftes Himmelskind
doch sein Werk hält ihm stand und er ist dafür anerkannt
so wird er vor die Entscheidung gestellt, fällt er als Treibgut von der Welt
oder schlägt er ein, was soll’s sein
ein Kreis von Schwertern erwartet seine Antwort
so zückt er die Nadel und streckt sie hoch empor
entfremdend laut ertönt das Horn, er wird eingeschworen
auf seinen beiden Knien wird ihm ein Entermesser verliehen
Piraten jo ho, die See so blau
Piraten jo ho, die See so rau
Der Rum fließt bis zum letzten Tropfen ran, nun verläuft sein Schwur im Sand
er schleicht unter Deck, holt sie aus ihrem Versteck
Über Steuerbord außen nutzten sie die flaute Aufmerksamkeit
stellen sich vor dem Kapitän zu allem bereit
Von dem wird ihr Versuch als Scherz abgetan, was soll die Meuterei?
Blitzschnell hat sie Eduardos Messer in der Hand und sticht auf ihn ein
Zerschlitzt des Kapitäns Gewand sowie die Innereien
Ruhe tritt ein
Das Holzbein mit offenem Mund wankt zur Planke
Zieht seinen Hut, sagt danke und wird verschlungen von der See
Ehe ihn der Wind verweht nimmt sie den Hut an sich
Mit Blutspritzern im Gesicht und dem Steuer in der Hand
Geht es weiter Richtung Rand des Horizonts,
im Schein des Mondes und der Sterne hinaus in die Ferne
Denn es wartet schon auf der Lauer, des Abenteuers nächster Schauer
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Schließ die Augen
