Spindelegger: ÖVP aus Tief holen

Der designierte neue ÖVP-Obmann Michael Spindelegger hat sich zum Ziel gesetzt, das Vertrauen in die Volkpartei wieder herzustellen - mit Anständigkeit und der Botschaft, dass die ÖVP eine Partei für alle sei - "vom Unternehmer bis zum Hackler", so Spindelegger im Ö1 Morgenjournal. Nächste Woche will er mit Bundeskanzler Faymann einen Arbeitsplan erstellen.

"Das ist schaffbar"

Der neue ÖVP-Obmann Michael Spindelegger im Ö1 Morgenjournal-Interview am 15.04.2011 mit Wolfgang Wittmann

Zukunft gestalten

Außenminister, Vizekanzler, ÖVP-Obmann und auch noch ÖAAB-Obmann - "das ist eine große Belastung", gibt Spindelegger zu, aber er habe sich das mit seiner Familie gut überlegt. Und er stelle sich dieser Aufgabe, weil er dafür viel Unterstützung in der Volkspartei habe. "Und wenn man das richtig angeht, dann ist das auch schaffbar." Ihn bewege die Möglichkeit, die Zukunft zu gestalten.

Teamumbildung und Erneuerung

Die ÖVP will Spindelegger aus dem Tief holen - zuerst mit einer Umbildung des Regierungsteams, dann mit einer Erneuerung in der Volkspartei. Die ÖVP müsse künftig signalisieren, wofür sie stehe. Details der personellen Veränderung will Spindelegger noch nicht mitteilen.

Vertrauen und Anständigkeit

Ein prozentuelles oder faktisches Maß für einen Erfolg seiner Parteiführung will Spindelegger nicht nennen. Die ÖVP solle jedenfalls wieder in den Umfragen steigen, und es solle wieder Vertrauen in die Volkspartei geben, "dass man sieht, Anständigkeit hat bei uns jetzt einen Wert, der ganz besonders im Vordergrund steht."

Eine Partei der "Tüchtigen"

Die Struktur der ÖVP aus Bünden und Landesorganisationen sieht Spindelegger nicht als Nachteil - im Gegenteil: Damit würden verschiedene Lebenswelten repräsentiert: "Das ist die Breite, mit der wir antreten. Vom Unternehmer bis zum Hackler ist bei uns alles gut aufgehoben." Die ÖVP setze sich für die arbeitenden, eine Leistung erbringenden Menschen ein. "Wir sind die Partei, die versucht, den Tüchtigen, die sich etwas aufbauen wollen, die entsprechende politische Unterstützung zu geben."

Christlich-soziale "Lebensader"

Seine politische Überzeugung beschreibt Spindelegger als "christlich-sozial": "Das ist eine meiner Lebensadern, so bin ich aufgewachsen. Das war schon in meinem Elternhaus ein ganz wichtiger Wert, nach dem wir gelebt haben, und das wird auch meine politische Tätigkeit ganz maßgeblich bestimmen."