Regisseur Marco Arturo Marelli im Interview
Warum gibt Prinzessin Turandot den Männern, die um sie werben, Rätsel auf - bei Todesstrafe, wenn sie sie nicht lösen? Weil Turandot sich selbst ein Rätsel ist, sagt Regisseur Marc Arturo Marelli im "Kulturjournal"-Interview. Seine Inszenierung von Puccinis Oper hat heute in Bregenz auf der Seebühne Premiere.
26. April 2017, 12:23
Kulturjournal, 22.7.2015
Nach der Eröffnung der Bregenzer Festspiele heute Vormittag steht heute die erste Premiere auf dem Spielplan: Giacomo Puccinis "Turandot" auf der Seebühne. Marco Arturo Marelli hat Puccinis letzte Oper inszeniert und auch das opulente Bühnenbild geschaffen: eine 72m lange, 27m hohe und 335 Tonnen schwere Nachbildung der Chinesischen Mauer, die von über 200 Kriegern einer Terracotta-Armee flankiert ist. Es ist Marellis vierte Inszenierung der Oper um die Prinzessin Turandot, die etliche ihrer Freier vom Leben zum Tod befördert hat; weil die Männer die von ihr aufgegebenen Rätsel nicht lösen können. Erst Calaf überwindet sämtliche Hürden, und es kommt zum bittersüßen Happy End.
In Bregenz wird die Oper erstmals wieder mit einem Teil aus dem sogenannten "Alfano-Schluss" zu hören sein: Franco Alfano hatte das Werk nach Puccinis Tod 1924 fertiggestellt, sein Finale wird aber zumeist in sehr verkürzter Form gespielt.