Werner Hollweg zum 70. Geburtstag

Werner Hollweg wollte Pianist werden, eine Schul-Rauferei beendete diese Träume. Als Mozart-Sänger machte er Karriere, sang unter Karajan, Giulini, Abbado, Harnoncourt. Zuletzt widmete er sich zeitgenössischer Musik, dem Unterrichten und der Regie.

Werner Hollweg als Mozarts "Mitridate"

Der international renommierte Tenor Werner Hollweg wurde am 13. September 1936 in Solingen geboren. Ursprünglich wollte er Pianist werden, doch das Schicksal wollte es anders. Bei einer Schulrauferei durchtrennte ihm ein Mitschüler mit einem Messer die Sehnen eines Armes und aus war der Traum. Gewalt in der Schule ist also nicht nur ein Thema in unserer Zeit.

Bank-Kaufmann hieß das nächste Ziel, bis ihn zwei Musikprofis von seinen stimmlichen Anlagen überzeugten: der Dirigent Wilhelm Brückner-Rüggeberg und kein geringerer als der internationale Bariton-Star Dietrich Fischer-Dieskau.

Erstes Engagement in Wien

Hollweg erhielt ein Stipendium der Nordwestdeutschen Musikakademie in Detmold, dem sich weitere Studien in München und Lugano anschlossen, und bereits 1962 konnte er sein erstes Engagement antreten: an der Kammeroper in Wien. Mozart stand dabei am Programm und Mozart brachte ihm nur wenige Jahre später auch den internationalen Durchbruch beim Festival dei Due Mondi in Spoleto.

Von da an kannten und schätzen ihn die bedeutendsten Dirigenten der Welt und luden ihn ein zu ihren Produktionen: Karajan, Giulini, Metha, Abbado, bis zu Nikolaus Harnoncourt.

Stammgast bei Salzburger Festspielen

Werner Hollweg war gleichzeitig Ensemblemitglied in Berlin und München, in Hamburg und Düsseldorf und darüber hinaus ein gern gesehener Gast in aller Welt, insbesondere auch bei den Salzburger Festspielen, wo er ab Ende der 1960er Jahre quasi Heimatrecht genossen hat. Relativ wenige Abende hat Werner Hollweg hingegen an der Wiener Staatsoper absolviert, das aber ausschließlich in Mozart-Partien, während sein Fach ansonsten schon weit breiter angelegt war und bis zur zeitgenössischen Oper gereicht hat.

Daneben hat Hollweg schon in den 1980er Jahren auch begonnen zu inszenieren, er war ein Jahrzehnt lang an der Hochschule in Freiburg im Breisgau pädagogisch tätig, und er ist heute damit beschäftigt, seine Memoiren zu verfassen, allerdings in Romanform - man darf gespannt sein.

Keineswegs zu vergessen ist Hollwegs Tätigkeit als großartiger Konzert- und Liedersänger, wenn auch diese letztgenannte Facette seiner Kunst nur allzu spärlich dokumentiert scheint.

Mehr zu Mozart 06 in oe1.ORF.at

Hör-Tipp
Apropos Oper, Dienstag, 26. September 2006, 15:06 Uhr

Links
BR-alpha - Interview mit Werner Hollweg
Mozart 2006
Calling Mozart
Mozart 2006 Salzburg
Wiener Mozartjahr 2006