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Ein Stil-Kosmopolit aus der Generation nach Puccini
Katyusha, Cyrano, Sakuntala: Franco Alfanos Opernfiguren
19. März 2026, 14:05
Auch die Musikwelt liebt Vorhersehbarkeit: Komponisten, die sich hingegen von einem Werk zum anderen wandeln, die daher schwer in Schubladen passen, haben es a priori schwerer. Franco Alfano, ein Zeitgenosse etwa von Maurice Ravel und unter den Italienern seiner Generation (vergleichbar Riccardo Zandonai) ein Moderner, ist in den Opernspielplänen von heute fast nur mehr als (allerdings nicht unwesentliches) Anhängsel von Giacomo Puccini vertreten: weil Puccinis Turandot üblicherweise mit einer Kurzversion der von Alfano zu Ende komponierten Finalszene aufgeführt wird. Den Weg zu dieser gewichtigen Auftragsarbeit wies Alfano selbst, mit seiner, Turandot vergleichbar, exotischen, dabei impressionistisch angehauchten und Orchester-prunkenden Oper Sakuntala. Stärkeren Publikumserfolg als mit dem indischen Sujet hatte Franco Alfano aber mit seiner auf Schlagkraft gepolten, veristisch schwelgerischen Opernversion von Tolstojs Auferstehung. Die Katyusha in dieser Risurrezione: später ideal verkörpert von Magda Olivero. Fans von Placido Domingo wiederum werden sich daran erinnern, dass der Tenor (!) in reifen Sängerjahren ein Faible für Cyrano de Bergerac entwickelte: detailverliebt, raffiniert und im Original tatsächlich in französischer Sprache wird da Edmond Rostands Geschichte vom rührenden Poeten mit übergroßem Gesichtserker in Musik gesetzt. Und Franco Alfano komponierte bis ins hohe Alter weiter - ein später Dottor Antonio hat sich, Ohren-schmeichelnd, in einer RAI-Aufnahme erhalten.
Sendereihe
Gestaltung
- Chris Tina Tengel
