Ruhe und Entspannung in Kärnten

Ein Teehaus in den Alpen

Der Natur und dem Himmel nahe, umgeben von Bergen - so sollte ein chinesisches Teehaus gelegen sein. So ein "schönes Teehaus" ganz nach chinesischem Vorbild ist vor kurzem in den Kärntner Nockbergen auf rund 1.800 Meter Höhe entstanden.

Direkt am Turracher See, angeschlossen an das Hotel Hochschober der Familie Leeb & Klein, ragt ein chinesisches Teehaus vier Stockwerke mit geschwungenem Dach in die Höhe. Die Materialien für diesen Holzbau mit Original-Dachziegeln wurden eigens aus China importiert, ein chinesischer Meisterarchitekt - Professor Zhang, der oberste Denkmalschützer der Provinz Henan - war für die Planung verantwortlich.

In diesem authentischen chinesischen Teehaus erhält man die Möglichkeit, sich mit der Teephilosophie vertraut zu machen. Außerdem werden Kurse in fernöstlicher Meditation angeboten und eine Etage des China-Turmes auf der Turracher Höhe ist der Traditionellen Chinesischen Medizin gewidmet.

Traditionelle Rituale

Die aus Kanton stammende, aber in Wien beheimatete Teemeisterin Hue Van Ngo Laymann bereitet sich im vierten Stock des neuen Chinaturmes auf die Teezeremonie vor. Sie ist mit den Ritualen der Teezubereitung aufgewachsen und hat den Tee zu ihrem Lebenszentrum gemacht. In Wien betreibt sie ein Teehaus und gibt auch Einführungskurse in die Philosophie des Tees. Sie hat auch das Personal im "schönen Teehaus am Berg" auf der Turrracher Höhe eingeschult. Dabei hat sie ganz besonderen Wert auf zwei Eigenschaften ihrer Schüler gelegt: Bescheidenheit und Zurückhaltung.

Mit flüssigen, beinah zufälligen Bewegungen bereitet die Teemeisterin das "Getränk der Götter". Sie erwärmt die faustgroße Tonkanne und die Teeblätter, übergießt diese mit - je nach Teesorte unterschiedlich temperiertem - Wasser, lässt den Tee ziehen und leert ihn mit einer geschmeidigen Handbewegung zuerst in die Riechtasse, schließt diese mit der Trinktasse und reicht beides weiter. Der Teetrinker zieht dann vorsichtig die schmälere Riechtasse heraus, genießt zunächst den Duft und dann den Geschmack des Tees. Dazu ertönen die Klänge, die zwei Musikerinnen aus ihren traditionellen Instrumenten hervorzaubern.

In dem großen, licht durchfluteten Raum fällt das "zur Ruhe kommen" und die Konzentration auf den Tee nicht schwer. Die Einrichtung unter dem von dattelroten Holzsäulen getragenem Plafond ist sparsam, aber gediegen - alles Originalmöbelstücke aus China, zusammengetragen von der Familie Leeb & Klein. Nichts soll vom Eigentlichen, der Konzentration auf den Tee, ablenken.

Den richtigen Platz gefunden

Wenn allerdings draußen die Sonne in einem grandiosen Farbenspiel untergeht und die Bergrücken und den Turracher See zwischen zartviolett bis dunkelblau changieren lassen, ist die Natur eine veritable Konkurrenz zum Geschehen im "schönen Teehaus" auf dem Berg. Auch das entspricht der chinesischen Tradition, weiß der Senior-Hausherr Peter Leeb.

Vor Jahren hat der Hotelier China bereist und die Idee von einem Teehaus in den Alpen mit sich getragen. Nach langen Überlegungen und Beratungen mit chinesischen Fachleuten, wurde endlich der richtige Platz für das vierstöckige Gebäude mit der geschwungenen Dachkonstruktion gefunden: direkt am Ufer des Turracher Sees.

Anfangs stieß der für die Alpen recht ungewöhnlicher Bau in Rot und Grün auf gewisse Skepsis. Ein chinesisches Teehaus in Kärnten? Von manchen wurde dies als ein ungerechtfertigtes Verpflanzen einer fremden Kultur erachtet, doch Peter Leeb ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, holte die nötigen Genehmigungen ein und verwirklichte Schritt für Schritt mit Hilfe seiner Familie dieses Vorhaben.