Über die Bedeutung der Alm
Hoch droben auf der Alm
Almwirtschaft war lange das Ergebnis der Arbeit der Gebirgsbauern während des Sommers. Vor rund 200 Jahren entdeckten Städter die Almregionen als einen Ort an dem "die Welt noch in Ordnung war". Ein Klischee das bis heute das Bild der Alm prägt.
8. April 2017, 21:58
Die Bandbreite dessen was heute unter Alm verstanden wird ist beachtlich. Da gibt es zum einen die traditionelle Alm, also die Hütten auf Bergweiden, so wo Senner und Sennerinnen Tiere betreuen und vielleicht sogar Milchprodukte erstellen.
Zum anderen findet man auch im Tal und in der Stadt zahlreiche Anhänger des Almlebens. Man denke an die vielen Sportalmen, Alm-Bars und Almstadeln.
Immer weniger Almen
Die Anzahl der Almen und Almflächen ist seit Jahren rückläufig. Darüber mag auch der Umstand nicht hinwegtäuschen, dass der Anteil der Almflächen, gemessen an der Landfläche in Tirol und Vorarlberg noch immer mehr als 40 Prozent beträgt.
In Oberösterreich machen die Almen nur mehr rund drei Prozent der Landfläche aus. Daher werden dort erhebliche Anstrengungen unternommen, die bestehenden Almen zu erhalten und zu fördern. Angesicht der enorm multifunktionalen Bedeutung der Almwirtschaft ein wichtiges Unterfangen.
Eine uralte Wirtschaftsform
Die Almwirtschaft ist eine uralte Wirtschaftsform. Archäologische Funde auf dem Dachsteinplateu belegen, dass schon vor 4000 Jahren die Bergweiden oberhalb der menschlichen Siedlungen genutzt wurden.
Ob es sich damals allerdings schon um Milchwirtschaft im heutigen Sinne gehandelt hat, ist nicht bekannt. Möglicherweise wurden die Tiere nur als Fleischlieferanten für die Talbewohner gehalten.
Im 19. Jahrhundert wurden viele Almen zu Stützpunkten der Erforscher der Alpen. Der berühmte Forscher und erste Professor für Geografie in Österreich, Friedrich Simony, nutzte zum Beispiel die Almhütten für seine fast 50 Jahre dauernde Dachsteinerforschung als Unterkünfte.
Wenn Almen nicht mehr genutzt werden
1952 gab es die erste bundesweite Almenerhebung in Österreich. Damals entfielen mit rund 17.000 Quadratkilometern mehr als 20 Prozent der Staatsfläche auf Almen. Das entsprach einer Größe des Bundeslandes Steiermark.
Bis Mitte der 80er Jahre wurden jedoch rund 2.500 Quadratkilometer Almfläche außer Nutzen gestellt. Das entspricht in etwa der Fläche Vorarlbergs. Das hat vielfältige Folgen.
Werden Almen aufgelassen und Bergweiden nicht gemäht, dann verwildert eine seit Jahrhunderten gepflegte Landschaft. Es wachsen Büsche und Bäume, die langen Gräser sind nur mehr für wenige Kleinlebewesen von Interesse, die anderen Tiere meiden diese Areale, die Artenvielfalt leidet.
Experten sprechen sich dafür aus, dass Almwirtschaft in Zukunft mit den Ansprüchen eines modernen Tourismus verbunden wird. Almwirtschaft ausschließlich auf ihre traditionelle Rolle - der Erzeugung hochwertiger Nahrungsmittel - zu reduzieren, halten sie für keinen gangbaren Weg.
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