Spektrum von Mozart bis zu Zeitgenössischem

In Wien ist er kein Unbekannter: Michael Boder, ein herausragender Vertreter der jüngeren deutschen Dirigenten-Generation. Derzeit leitet er an der Wiener Staatsoper, wo er 1995 debütierte, Enescus "Oedipe". Er ist diesmal im Ö1 "Klassik-Treffpunkt" zu Gast.

Zuletzt hat er im März dieses Jahres die beiden Konzerte der "Wiener Symphoniker" für den verstorbenen Marcello Viotti im Wiener Musikverein dirigiert: Michael Boder. Und derzeit dirigiert er an der Wiener Staatsoper George Enescus "Oedipe".

Und auch mit dem "RSO Wien" verbindet Boder seit 1998 eine Zusammenarbeit: So hat er zuletzt im Vorjahr im Rahmen der "Wiener Festwochen" im Musikverein ein Konzert des ORF-Orchesters geleitet. Diesmal ist der deutsche Dirigent live zu Gast im Ö1 "Klassik-Treffpunkt" im KulturCafe des RadioKulturhauses bei Haide Tenner.

Staatsopern-Debüt 1995

An der Wiener Staatsoper debütierte Michael Boder 1995 mit Bergs "Wozzeck". Einen sensationellen Erfolg hatten die Premieren von "Elektra" (1997) und "Lulu" (1999) an der Wiener Staatsoper. Boder dirigierte auch die österreichische szenische Erstaufführung von Schönbergs "Die Jakobsleiter" gemeinsam mit Puccinis "Gianni Schicci".

Ebenso leitete er im Jahr 2002 die Uraufführung von "Der Riese vom Steinfeld" von Peter Turrini und Friedrich Cerha, einem Auftragswerk der Wiener Staatsoper, sowie Wiederaufnahmen der "Meistersinger von Nürnberg" und von Enescus "Oedipe".

Umjubelte "Lulu" in München

Im April des Vorjahres leitete Michael Boder an der Münchner Staatsoper eine umjubelte Premiere der von Friedrich Cerha komplettierten dreiaktigen Fassung von Alban Bergs "Lulu" mit der amerikanischen Sopranistin Margarita De Arellano, die als Titelheldin vom Publikum gefeiert wurde.

Assistent von Muti und Mehta

Seine Ausbildung begann Michael Boder 1977 an der Musikhochschule Hamburg. 1980 setzte er sein Studium in Florenz fort, wo er als Korrepetitor und Assistent von Riccardo Muti und Zubin Mehta arbeitete. Bedeutenden Einfluss auf seine weitere Entwicklung hatte seine Zusammenarbeit mit Michael Gielen an der Oper Frankfurt (1984 bis 1988), wo er seine ersten eigenen Einstudierungen übernahm.

Boder dirigierte u. a. in Köln, Hamburg, Stuttgart, München, Berlin, Dresden sowie am "Royal Opera House Covent Garden" in London. Sein Spektrum reicht von Mozart bis zu zeitgenössischen Opern. So dirigierte er die Uraufführung von Pendereckis "Ubu Roi" bei den "Münchner Opernfestspielen" und von Reimann "Schloss" an der "Deutschen Oper Berlin".

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