Ethik und Moral in der Wirtschaft

Corporate Social Responsibility

Corporate Social Responsibility, kurz CSR, bedeutet soviel wie "soziale Verantwortung des Unternehmens". CSR - mit diesem Schlagwort weisen Unternehmen auf ihre soziale Verantwortung hin. Entdeckt die Wirtschaft plötzlich Ethik und Moral?

"Je härter die Bedingungen sind, desto mehr wird über Moral und Ethik gesprochen", beobachtet Stephan Laske, Prof. am Institut für Organisation und Lernen an der Universität Innsbruck. Er hat ein Forschungsprojekt über ethisch-moralisches Verhalten im unternehmerischen Alltag initiiert.

Nicht ganz freiwillig

Eines steht fest: Ganz freiwillig kommt das Nachdenken über moralische Werte nicht, vielmehr habe der Druck von AktionärInnen, KonsumentInnen und Öffentlichkeit nach diversen Skandalen - von Enron über Parmalat bis hin zu Managerabfertigungen in Millionen Höhe, dazu gezwungen.

Das neue und besondere an CSR sei, so der CSR-Verantwortliche in der Industriellenvereinigung, Christian Friesl, dass man durch dieses Managementkonzept das eher vage Konzept der nachhaltigen Entwicklung in die Unternehmen bekomme und es zu einem Teil der Unternehmensphilosophie machen könne.

Ethic Pays - Ethik zahlt sich aus

Industriellenvereinigung, Wirtschaftskammer und -ministerium haben 2003 die CSR-Austria Initiative gestartet. Damit soll sichtbar gemacht werden, was Österreichs Unternehmen für Staat und Gesellschaft leisten.

Und auf der anderen Seite sollen die Unternehmer motiviert werden, ihr diesbezügliches Engagement zu verstärken und dies auch entsprechend zu kommunizieren. Nach dem Motto: tue Gutes und sprich darüber.

Friesl ortet reges Interesse unter den österreichischen Unternehmen an CSR, ja, es sei ein PR- und Beratermarkt rund um CSR im Entstehen. Denn CSR könne heute für ein Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil bedeuten.

Ausgezeichnet

Aus dem ehemaligen österreichischen Großbetrieb Krems Chemie mit 580 MitarbeiterInnen wurde vor einigen Jahren unter dem Druck der Globalisierung die Firma Dynea Austria, mit dem Kerngeschäft Kunstharze, als Tochterfirma des global tätigen Dynea Konzerns mit Headoffice in Helsinki.

Ganz konkret bedeuteten die Veränderungen zunächst einmal, dass rund 150 Mitarbeiter gehen mussten. Entsprechend war die Stimmung im Unternehmen. "Massive Unsicherheit, Existenzängste, Enttäuschung machten sich breit", schildert Betriebsrat Martin Öhlzelt.

Damals führte Dynea das hierzulande kaum bekannte Konzept der betrieblichen Sozialarbeit ein - alle MitarbeiterInnen - auch jene, die gekündigt wurden, konnten auf Wunsch kostenlos Coaching und Beratung in Anspruch nehmen. Für diese vorbildhafte Behandlung seiner Belegschaft bekam Dynea im Mai 2004 als eines von neun Unternehmen den Trigos Preis, eine Auszeichnung im Zusammenhang mit der CSR - Austria Initiative.

Ausgezeichnet wurde auch die Firma brainbows der ehemaligen Grün-Politikerin Monika Langthaler - für die Implementierung des CSR-Konzeptes ins Unternehmen, das u.a. Nachhaltigkeitsberichte erstellt, und für ein konkretes Entwicklungsprojekt in Südafrika.

Download-Tipp
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Links
Österreichische Industriellenvereinigung
CSR-Austria