Überraschend und unberechenbar

"Mik.Musik" aus Polen

"Mik.Musik" gilt nicht nur in Polen als eine der wichtigsten Plattformen für experimentelle Musik. "Mik.Musik" ist eines der besten Beispiele dafür, wie Grenzen überwunden werden können, die Musiker aus dem vermeintlichen "Osten" von der westlichen Musikszene trennen.

Wojtek Kucharczyk: "mik.roster includes..."

Das Label Mik.Musik ist ein Hort der herzerfrischend ungezwungenen Klangexperimente zwischen Elektronik, Improvisation, Plunderphonic und Pop und eine der wichtigsten Plattformen für experimentelle Musik in Polen.

In den letzten beiden Jahren erlangte Mik.Musik dank der unermüdlichen Vernetzungsarbeit von Label-Mastermind Wojtek Kucharczyk immer mehr internationale Aufmerksamkeit.

Musik voller Überraschungen

"Das Leben verändert sich ständig, ist voller Überraschungen und ich möchte Musik hören, die ebenfalls voller Überraschungen steckt", so Kucharczyk. Seine eigene Musik solle "unberechenbar wie das Leben selbst" klingen.

An den Schnittstellen der Künste

"Molr Drammaz" ist das Herzstück des Labels Mik.Musik, das in Skoczow, einem kleinen Ort im südlichen Polen in der Nähe von Katowice, sein Basislager hat. "Molr Drammaz" wurde von Wojtek Kucharczyk gemeinsam mit seiner Schwester Asia Bronislawska gegründet, die beide, wie Wojtek Kucharczyk erzählt, bereits von Kindesbeinen an äußerst umtriebig und kreativ waren.

"Dieses ganz natürliche Ineinanderfließen verschiedener Kunstgattungen ist sehr charakteristisch für Mik.Musik", so Kucharczyk.

Semi-theatralische Bühneninszenierung

In ihren Live-Auftritten können "Molr Drammaz" mitunter auch wie eine Punkrock-Band klingen, jedoch nie ohne semi-theatralischer Bühneninszenierung und der nötigen musikalischen Schräglage.

Von Hand gefertigt

Von den meisten Mik.Musik-CDs gibt es jeweils nicht mehr als 111 Stück und diese sind in der Regel selbstgebrannt und mit handgefertigtem Cover ausgestattet. Wahre Schmuckstücke und Sammlerobjekte also.

Tatsächlich würde Wojtek Kucharczyk aber lieber die CD-Veröffentlichungen auf seinem Label regulär pressen lassen. Leider, meint er, reicht dafür bislang nicht das Geld.

Die Krisen-Serie

Als Reaktion auf die harten Produktionsbedingungen für experimentelle Musik in Polen hat Wojtek Kucharczyk die Crises-Series, die Krisen Serie, gegründet.

Eigentlich ist die Krisen-Serie eine Erfolgs-Serie, bringt Wojtek Kucharczyk die Geschichte zu diesem Projekt auf den Punkt.

Internationales Musik-Ping-Pong

Eine weitere Mik.Musik CD-Reihe, die sich teilweise mit der Crises-Series überschneidet, ist die "Even more special Series". Eine Reihe von Musikstücken, ursprünglich geschaffen von Wojtek Kucharczyk und zusammengefasst auf einer CD mit dem Titel "Superrityn Session", wird in einem Art Ping-Pong Verfahren zwischen Musikern aus Polen und solchen, die selber nicht polnischer Herkunft sind, hin- und hergespielt.

Wettkampf für mehr Freundschaft

Mik.Musik gilt nicht nur in Polen als eine der wichtigsten Plattformen für experimentelle Musik. Mik.Musik ist auch eines der derzeit wohl besten Beispiele dafür, wie jene Grenzen überwunden werden können, die Musiker aus dem vermeintlichen "Osten" noch immer von der westlichen Musikszene, also von der Musikproduktions- und Präsentationsmaschinerie in der Europäischen Union und in Nordamerika, trennen.

In den letzten Jahren hat Mik.Musik Kontakte zu Künstlern und Musikinteressierten in Österreich, Deutschland, Spanien, Italien oder etwa auch in den Vereinigten Staaten geknüpft und gepflegt, zahlreiche Veröffentlichungen auf Mik.Musik zeugen davon.

Zu Gast im "rhiz"

So manche Seelenverwandtschaft wurde entdeckt, erzählt Wojtek Kucharczyk. Unter anderem auch mit Felix Kubin, mit dem sich Kucharczyk aka "retro sex galaxy" am 26. Jänner im Wiener "rhiz" zu einem gemeinsamen Konzert treffen wird.

Kucharczyk und Kubin im Kunstradio

Am Sonntag, den 25. Jänner, werden Wojtek Kucharczyk und Felix Kubin dann gleich nochmals zusammentreffen - diesmal im Ö1 Kunstradio.

"Es ist sozusagen ein Wettkampf zwischen Polen und Deutschland", scherzt Kucharczyk, "aber kein Wettkampf im herkömmlichen Sinn. Wir wollen uns nicht gegenseitig konkurrieren, im Gegenteil, es ist ein Wettkampf für kulturellen Austausch und Freundschaft."