Nikoletta Korkos, Tänzerin

Bewegung und Rhythmus faszinieren sie: Nikoletta Korkos, Jahrgang 1987, die am Konservatorium Wien Privatuni seit 2006 Tanz studiert. Derzeit arbeitet die gebürtige Ungarin mit Schwerpunkt zeitgenössischer Tanz beim "wiesenthal project" mit.

"Ich habe von Kind an gerne getanzt. Wenn ich Musik hörte, habe ich sofort den Rhythmus gespürt. Meine Eltern sind beide Musiker, die Mutter Fagottistin, der Vater Bassgeiger. Als ich fünf Jahre alt war, meinte meine Mutter, dass ich mit rhythmischer Gymnastik beginnen sollte, was ich bis zum zwölften Lebensjahr gemacht habe. Es entsprach aber nicht meiner Vorstellung von Ausdruck.

Nach der Matura vertiefte ich meine klassische Ballettausbildung an der Dance School of the Municipality of Stauroupoli und wechselte dann im Jahr 2000 an die Dance School of the Municipality of Kalamaria, wo nach russischem System Modern Dance und Klassisches Ballett unterrichtet wird", erzählt Nikoletta Korkos, gebürtige Ungarin aus Budapest, Jahrgang 1987, die nun seit 2006 an der Konservatorium Wien Privatuniversität bei Maxim Abzalov und Fabiana Pastorini Tanz studiert und 2010 mit dem Magister abschließen wird.

Aufgewachsen ist die Nachwuchstänzerin, die Griechisch, Ungarisch, Englisch und Deutsch spricht, in Griechenland. Denn nachdem sich die Eltern getrennt hatten, erhielt ihre Mutter ein Angebot als Pädagogin in Thessaloniki, wo sie auch in einem Orchester tätig ist.

Glücklich über Entscheidung für Wien

"Die Entscheidung nach Wien zu gehen, fiel nicht zuletzt aufgrund praktischer Erwägungen, weil ich hier viele Freunde habe. Es ist eine unglaublich künstlerische Stadt und der Standard beim zeitgenössischen Tanz ist hier sehr hoch. Und ich fühle, dass ich durch den Unterricht jeden Tag besser werde", schildert Korkos begeistert.

Workshops von klassischem Ballett bis Forsythe

Seit dem Jahr 2000 hat Korkos bereits an zahlreichen Workshops teilgenommen:

Unter anderen beim Wiener "ImpulsTanz"-Festival bei Joe Alegado (2000), bei einem Kurs von Nikoletta Ksenariou für Improvisation in Thessaloniki, bei David Zambrano sowie bei Pascal Cavilaud im Rahmen von "ImpulsTanz" in Wien (beide 2003), bei einem Meisterkurs von Nikola Delamotte le Grand für zeitgenössischen Tanz in Thessaloniki (2004), bei David Zambrano, wo sie bei "ImpulsTanz" Improvisation machte (2005), absolvierte Kurse bei Azari Plisetski und Hewitt Robert in klassischem Ballett in Thessaloniki und am Konservatorium Wien, zeitgenössisches Ballett bei Bettina Schäfer im Wiener TanzQuartier (alle 2006), sowie heuer zeitgenössischen Tanz bei Nikole Caccivio, klassisches Ballett bei Robert Hewitt und studierte Repertoire von William Forsythe mit Richard Siegal an der Konservatorium Privatuni Wien.

"Ganz wichtig war für mich die Arbeit mit Joe Alegado bei den Internationalen Tanzwochen in Wien, weil ich damals ein ganz neues Tanz-System kennen lernte. Damals entschied ich mich auch endgültig für den zeitgenössischen Tanz. Und heuer war es der Workshop mit Richard Siegal, einem Tänzer der Forsythe Company, mit dem wir Repertoire des berühmten Choreografen erarbeitet haben."

Auch bei Wettbewerben erfolgreich

Erfolgreich war die junge Nachwuchstänzerin auch bei verschiedenen Wettbewerben: So errang sie beim "Terpsihoris Erga"-Wettbewerb in Thessaloniki 2004 in der Kategorie Moderner Tanz den 2. Platz und im Vorjahr in der Kategorie Solo klassisches Ballett den 1. sowie bei Solo moderner Tanz den 2. Platz. Und heuer erhielt sie beim 6. ÖTR-Contest im April den Sonderpreis.

"Beim ÖTR-Contest, wo es um zeitgenössischen Tanz geht, habe ich ein Monat Training im TanzQuartier Wien gewonnen. Ich werde es in diesem Winter absolvieren", freut sich Korkos.

Live bei "Festwochen 2007"-Eröffnung

Und heuer wirkte die junge Tänzerin bei zwei Veranstaltungen mit:

Im Frühsommer war sie im Rahmen der Eröffnung der "Wiener Festwochen", die von ORF-TV live übertragen wurde, im Rahmen der von Royston Maldoom choreografierten Tanzeinlage zu sehen.

Und am Stadttheater Gmunden trat sie in eigener Choreografie als Solistin in Sibelius-Werken, gespielt vom Orchester der Gesellschaft der Musikfreunde Gmunden, die sie eingeladen hatte, auf.

Bei "wiesenthal project"

Derzeit ist Korkos mit dem "wiesenthal project", bei dem sie den Walzerstil der berühmten Tänzerin studiert, beschäftigt. "Wir werden im nächsten Jahr ein Wiesenthal-Stück in Wien tanzen, vielleicht auch in den USA", berichtet die Nachwuchstänzerin.

In einer guten Compagnie tanzen

Nach dem Abschluss hofft die junge Tänzerin, die auch eigene Choreografien schaffen und pädagogisch tätig sein möchte, auf ein Engagement in einer guten Compagnie.

Wie ihr größter beruflicher Zukunftswunsch lautet? "In einer so hervorragenden Compagnie wie bei William Forsythe, Rosas oder Jiri Kilian tanzen zu dürfen. Das wäre mein Traum", so Nikoletta Korkos.