Das Beste aus zehn Jahren

Made by Mokesch

Gesungenes, Gesprochenes, Gelesenes der letzten zehn Jahre: Günter Mokesch begibt sich als Musikkabarettist in seinem Best-of-Programm auf die musikalische Reise. Sie führt ihn vom Weinviertel bis auf eine Almhütte im Bregenzer Wald.

Oh, Barbara!

"Best of Musik-Comedy" nennt Günter Mokesch seine Werkschau, in der er einige seiner erfolgreichsten Lieder aus seinem Bühnenleben als Musikentertainerversammelt hat. Als Musiker ist Günther Mokesch in Österreich schon seit Anfang der 1980er Jahre ein Begriff. Später erweiterte er sein künstlerisches Spektrum und präsentierte sich zusätzlich auch als Musicaldarsteller. Mit dem Programm "Adieu Marie" vergrößerte der vielseitige Musikkünstler 1995 sein Oeuvre noch um eine weitere Facette: Er wandte sich dem Musikkabarett zu und in seinem künstlerischen Lebenslauf entstand die neue Rubrik "Music-Comedy made by Mokesch".

Ein Abend der stürmischen Heiterkeit

"Ein Abend der stürmischen Heiterkeit – das habe ich irgendwo gelesen und das gefällt mir so gut, dass mein nächstes Programm wahrscheinlich so heißen wird", sagt Mokesch. "Jetzt spiele ich aber noch Best of. Warum? Ich habe in den vergangenen zehn bis elf Jahren 31/2 Programme gemacht und da mir dann nichts Neues eingefallen ist, habe ich ein Best-of gemacht. Begonnen hat alles aufgrund eines einzigen Liedes, das ich vor Jahren für meine damalige Freundin geschrieben habe - die Betonung liegt auf damalige, und dass ich ihren Namen nicht genant habe, hat sich aus heutiger Sicht als äußerst kluge Entscheidung erwiesen."

Am Anfang seines Programms steht also eine verflossene Freundin. Geblieben von ihr ist nur ein Lied, ein Lied, ohne ihren Namen im Refrain. Doch Günter Mokesch hat für sein "Best of Musik-Comedy" keinen sentimentalen Rahmen gewählt. Der Produzent und Interpret einiger Pophits steuert vielmehr eine musikalisch-komödiantische Reise durch sein bisheriges Schaffen als Musikentertainer an. Für die Begleitung am Piano sorgt dabei Marcus Hagler, der sich im Laufe des Abends als Hobbystatistiker enttarnt. Und bei all seinen Ausflügen in die unterschiedlichsten Gegenden und Musikstile lässt Günter Mokesch keine Zweifel über seine Herkunft aus dem Weinviertel.

Spiritualität aus dem Weinviertel

"Speziell die Bewohner meiner unmittelbaren Heimat, dem Weinviertel, das sind doch Suchende, Wahrheitssuchende", meint Mokesch. "Sie sind permanent auf der Suche. Bei uns treffen sich die Wahrheitssuchenden täglich in unterirdischen Kultstätten und vollführen unter dem Einfluss ihrer Wahrheitsdroge diverse spirituelle Gesänge; zum Beispiel 'Es wird a Wein sein'. Diese Erkenntnis bekräftigt man dann mit einem lautstarken 'So schaut's aus!'"

Gesungenes, Gesprochenes und Gelesenes aus den vergangenen zwölf Jahren bieten die Grundlage für die Musik-Comedy von Günter Mokesch. Für seine humoristische Odyssee hat er einige Gedichte zusammengetragen, einige davon stammen aus eigener Feder, einige wurden zugeliefert.

Als roten Faden für seine Werkschau wählt Günter Mokesch Geschichten aus seinem Leben, die vielleicht wirklich passiert, vielleicht auch nur humorvoll erdacht sind. Aber genau diese Mischung macht auch den Reiz der Performance aus. Und ebenso, wie Günther Mokesch sich in seine kurzen Storys und Persiflagen zu spiegeln versucht, steht er auch nicht an, etwas Selbstironie walten zu lassen, wenn er in die musikalische Trickkiste langt.

When I'm 64

Kokett singt Günther Mokesch die alte Nummer der Beatles. Das Publikum weiß es, er weiß es auch - Günther Mokesch ist noch weit entfernt von seinem 64. Geburtstag. Und gerade deswegen findet er auch parodistische Gesten und Worte für schöne Helden, die langsam in die Jahre gekommen sind. Zum Beispiel Robert Redford, dessen Frisur in jeder Lebenslage - ob Abenteuer- oder Liebesszene - perfekt sitzt. Mokesch singt Klassiker von Georg Kreisler und von Günter Mokesch, und bietet eine bunte Mischung aus Unterhaltungselementen, die er sich im wahrsten Sinne des Wortes auf den Leib geschrieben beziehungsweise arrangiert hat.

Hör-Tipp
Contra, Sonntag, 6. Juli 2008, 22:05 Uhr

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